Schädelkult

Artikel vom 14.12.2011
Schädelkult Prien Beinhaus

Bild: Franz Ehret Vergrößern

Mit Namen und Todesjahr versehener Schädel aus einem Beinhaus am Chiemsee. Prien (Chiemsee), 1823 bemalt, Sammlung von Max.

"Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen", das heißt Totenverehrung als auch Kriegskultur, Glaube als auch Aberglaube, Faszination als auch Abschreckung. Aber wo und wann trugen und tragen Schädel welche Bedeutung?

Dieser Frage geht die Ausstellung im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim nach. Sie bietet einen Gang durch Zeit und Kulturen.

Im Gang durch die Zeit finden die BesucherInnen Schädelfunde von den Neandertalern über die Kelten und die Bewohner des Nahen Osten von vor 9000 Jahren bis hin zu den alten Ägyptern, den Griechen und Römern. Sie sehen, wie die gefundenen Schädel bearbeitet wurden und wozu sie gedient haben mögen - Kriegstrophäe oder Ikone?

Im Gang durch die Kulturen bekommen die BesucherInnen Einblicke in Schädelkulte von Afrika über Asien und Ozeanien bis nach Amerika und Europa . Sie erfahren über frühere Kopfjäger und über Glaubenssysteme, die an die Materialität von Schädeln verknüpft sind. Sie sehen Schädeldeformationen und -schmückungen, aber auch Kopfschwarten, sogenannte Skalps. Außerdem gibt es einen vier Kilo schweren Kristallschädel zu bestaunen. In der Geschichte des Schädelkults in Europa ist von Beinhäusern, Reliquien und Schädelverehrung ebenso die Rede wie vom Schädelmotiv in der Malerei.

Schädel Sammlung Max

Bild: Forum Internationale Photographie, Reiss-Engelhorn-Museen, Repro: Jean Christen Vergrößern

Blick in die anthropologische Abteilung des Privatmuseums Gabriel von Max in München, historische Photographie der Zeit um 1900.

Schließlich zeigen historische Fotografien die Privatsammlung an Schädeln und Gebeinen des deutschen Darwinisten Gabriel von Max, wie dieser sie vor 1915 zu eine der größten Schädelsammlungen seiner Zeit aufbaute. Der Fund seiner als verschollen geltenden Sammlung vor drei Jahren gab den Anlass, die Ausstellung "Schädelkult" zu initiieren - hier ist sie, noch bis 29. April 2012 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim.

Schädelkult - Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen
www.schaedelkult.de

Ausstellungsort
Reiss-Engelhorn-Museen
Museum Weltkulturen D5
68159 Mannheim
www.rem-mannheim.de

Öffnungszeiten
Di – So 11 - 18 Uhr, Mo geschlossen
an Feiertagen 11 - 18 Uhr, außer an Heiligabend (24.12.) und Silvester (31.12.).

street art schädel

Bild: Peter Fritz Vergrößern

Eine Medieninstallation in der Ausstellung sowie eine Begleitausstellung im Café Prag zeigen Fotografien von Peter Fritz zum Totenkopf als Kultmotiv verschiedener populärer Szenen.

Öffnungszeiten für Schulklassen
Für Schulklassen-Führungen ab 9 Uhr geöffnet.

Öffentliche Führungen immer sonntags um 14 Uhr.

Ausstellungszeitraum:
bis 29.04.2012

Weitere Informationen finden Sie hier.

Lesen Sie mehr zu Schädeln als "Edle Grabbeigaben".

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