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Das "Riesenthangka" wurde 1982 von Werner Engelmann im Stil der buddhistischen Kunst Tibets gestaltet und 1992 vom XIV. Dalai Lama gesegnet.
Abgeschiedene Klöster, gelegen zwischen den höchsten Berggipfeln der Welt - Tibet übt mit seiner tiefen Religiosität, seiner jahrtausendealten Geschichte und seiner vielschichtigen Kultur seit langer Zeit eine starke Faszination auf Europäer aus. Abenteurer wie Heinrich Harrer, der 1946 Lhasa erreichte und über seine Reise den Bestseller "Sieben Jahre in Tibet" verfasste, gehörten jedoch zu den letzten Europäern, die das "alte" Tibet noch zu Gesicht bekamen. Harrer wurde zu einem engen Vertrauten des jungen XIV. Dalai Lama, der heute als weltweit bekannter Botschafter Tibets aus dem Exil heraus versucht, die Kultur seines 1949 von China annektierten Heimatlandes zu bewahren und auf dessen Schicksal aufmerksam zu machen.
Zur Eröffnung seines Neubaus zeigt das Knauf-Museum Iphofen noch bis zum 30. Oktober die Sonderausstellung "Tibet – Religion, Kunst, Mythos". Aus Leihgaben verschiedener Museen, darunter das Heinrich-Harrer Museum in Hüttenberg, das Staatliche Museum für Völkerkunde in München und das Museum der Kulturen in Basel, entstand dabei ein Panorama der tibetischen Kultur. Unter den über 200 Ausstellungsstücken finden sich buddhistische Ritualgegenstände ebenso wie zum Teil reich verzierte Dinge des Alltagslebens. Besucher können unter anderem eine detailgetreue Nachbildung der Innenausstattung eines tibetischen Tempels und Statuen, die die ganze Fülle des lamaistischen Götterhimmels präsentieren, bewundern.
Das auffälligste Stück der Sammlung ist sicherlich ein besonderes Exemplar eines Thangkas, eines Rollbildes aus dem tantrischen Buddhismus, die bei Meditationen und Prozessionen Verwendung finden. Es stellt den Missionar Padmasambhava dar, der zum Gründervater der ältesten der vier Schulen des tibetischen Buddhismus wurde. Das 1982 von Werner Engelmann für eine Tibetausstellung des Staatlichen Museums für Völkerkunde München entworfene so genannte Riesenthangka ist mit 10x14 Metern ein imposantes Beispiel für die vielschichtige Symbolik der buddhistischen Kunst Tibets. Bei der Eröffnung des Heinrich-Harrer-Museums wurde es vom XIV. Dalai Lama gesegnet. Damit wurde aus dem einstigen Werbeplakat ein heiliger Gegenstand.
Informationen
Knauf-Museum Iphofen
Am Marktplatz
97343 Iphofen
Tel. 09323/31-528 od. 31-625
knauf-museum@knauf.de
Öffnungszeiten:
Di - Sa 10-12 und 14-17 Uhr
Sonntag 14-18 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene 2,00 Euro
Gruppe ab 20 Pers. 1,50 Euro
Kinder 1,00 Euro
Schulklassen 0,50 Euro
Weitere Informationen finden Sie hier.
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