Grizzlybären bedrohen Lebensraum der Eisbären

Quelle: ddp
Grizzlybären

Bild: Joe Mercier/Shutterstock Vergrößern

Im Wapusk-Nationalpark im Norden von Kanada werden mehr und mehr Grizzlybären gesichtet.

Über die Arbeit der Forscher um Robert Rockwell berichtet das Amerikanische Museum für Naturgeschichte in New York. Als die Wissenschaftler im August 2008 über den Nationalpark flogen, um Fuchsbauten zu zählen, entdeckten sie überraschend einen Grizzlybären. „Es war kein schmutziger Eisbär oder ein Elch, sondern wirklich ein Grizzly“, berichtet Rockwell. Diese Entdeckung veranlasste die Forscher, die Aufzeichnungen über den Tierbestand der vergangenen Jahre durchzugehen.

Vor 1996 gab es keinen einzigen Hinweis auf Grizzlybären im Wapusk-Nationalpark – nicht einmal in den Fangstatistiken der Hudson Bay Company, einem bereits 1670 gegründeten Pelzhandelsunternehmen. 

Zwischen 1996 und 2008 wurden jedoch neun Bären beobachtet, und allein im Jahr 2009 gab es drei weitere Sichtungen. Demnach scheinen immer mehr Grizzlys in den Park im nördlichen Manitoba einzuwandern, der sich entlang der Küstenlinie der Hudson Bay erstreckt. „Dies ist besorgniserregend, weil die Grizzlybären in einer Region überwintern, in der die Eisbären ihre Geburtshöhlen haben“, sagt Linda Gormezano, Koautorin der Studie. Sie würden etwa zur Zeit der Geburt der kleinen Eisbären aus ihrem Winterschlaf erwachen und diese töten. 



Der Wapusk-Nationalpark ist eines der bedeutendsten Eisbären-Geburtshöhlengebiete der Welt. Der Grizzlybär galt dagegen in dieser Region lange Zeit als ausgestorben. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass die unwirtliche Landschaft nördlich der Hudson Bay ein unüberwindliches Hindernis für umherwandernde Grizzlys darstellt, so dass diese nicht in den Nationalpark gelangen können.

Offenbar haben es jedoch einige Grizzlys geschafft, von ihren ursprünglichen Lebensräumen in den Rocky Mountains und in der Yukon-Region bis ins nördliche Manitoba zu wandern, wo sie auf ein reiches Nahrungsangebot aus Karibus, Elchen, Fischen und Beeren treffen. Dabei hat ihnen vermutlich eine flexible Ernährung aus Fleisch und Beeren geholfen, schreiben die Forscher. 

“Bisher wissen wir noch nicht, ob die Bären weiter umherwandern oder sesshaft werden“, sagt Rockwell. „Aber sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit regelmäßig im Nationalpark zu sehen sein.“ Dies stellt die Naturforscher vor allem vor die Frage, wie sie mit den neuen Bewohnern umgehen sollen – denn in Kanada gelten sowohl Eis- als auch Grizzlybären als besonders bedrohte Tierarten.


Der Kopf des Bären pendelt gleichmäßig hin und her, während er über den Hang trottet. Vor kurzem ist er aus dem Winterschlaf erwacht, und jetzt hat er sich hier im Tal der Geysire auf der russischen Halbinsel Kamtschatka den Bauch mit frischem Grün voll geschlagen. Noch kann er die Augen kaum offen halten. Bald legt er den riesigen Kopf auf die Vorderpranken und nickt ein. Der Winter ist vorbei, alles scheint gut zu sein. Aber der Schein trügt. mehr...

  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus