Heimvorteil macht Mäuse kampflustig und siegreich

Artikel vom 07.07.2010  —  Quelle: ddp
Mäuse werden siegessicher durch den Heimvorteil

Bild: Shutterstock / Eric Isselée Vergrößern

Auf gewohntem Terrain setzen sich die Nager deutlich häufiger gegen konkurrierende Artgenossen durch.

Ein Sieg auf heimischem Terrain macht kampfhungrig - zumindest bei Mäusen. Wenn die Tiere nämlich einen Kampf im eigenen Käfig gewinnen, gehen sie auch aus zukünftigen Kämpfen eher als Sieger hervor. Dabei spielen offenbar zwei Faktoren eine Rolle, hat ein US-Forscherteam entdeckt: Einmal erhöht der Sieg an sich die Empfindlichkeit bestimmter Gehirnregionen gegenüber männlichen Hormonen und verstärkt dadurch aggressives Verhalten, und zum anderen löst ein Erfolg in vertrauter Umgebung Veränderungen im Gehirn aus, die die Motivation steigern, sich in einen Kampf zu stürzen. Zusammen macht das zukünftige Siege wahrscheinlicher, wie Matthew Fuxjager von der University of Wisconsin in Madison und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «PNAS» berichten.

Die Wissenschaftler untersuchten 32 erwachsene, sexuell erfahrene Männchen der in Kalifornien heimischen Weißfußmaus Peromyscus californicus. Schon aus früheren Studien gab es Hinweise darauf, dass diese Tiere Kämpfe mit anderen Mäusen eher gewinnen, wenn sie zuvor im heimatlichen Territorium Siege erzielt hatten. Das bestätigte sich auch in der aktuellen Studie, in der die Männchen dreimal hintereinander entweder im eigenen oder in einem fremden Käfig mit jüngeren, sexuell unerfahrenen Gegnern kämpften, gegen die sie leicht gewinnen konnten. Um die Frage zu beantworten, wie dieser Effekt zustande kommt, untersuchten Fuxjager und sein Team anschließend, ob die Siege zu Veränderungen im Gehirn der Mausmännchen führen.

Bereits das Gewinnen an sich erhöht in bestimmten Hirnregionen die Anzahl der Rezeptoren, die auf Androgene - männliche Geschlechtshormone - ansprechen, stellten die Wissenschaftler fest. So war die Dichte der Rezeptoren sowohl nach Heim- als auch nach Auswärtskämpfen in einem Kerngebiet der Stria Terminalis erhöht - einem Hirnareal, das soziale Aggression kontrolliert. Dagegen fand sich in zwei anderen Hirnregionen nur dann eine erhöhte Rezeptordichte, wenn die Mäuse zuvor einen Heimsieg errungen hatten. In diesem Fall stieg die Rezeptorzahl im Nucleus Accumbens und im Ventralen Tegmentum, zwei Regionen, die mit Motivation und Belohnungseffekten in Verbindung gebracht werden. Zudem gewannen Mäuse mit Veränderungen in diesen Regionen auch später Kämpfe eher - selbst dann, wenn diese gegen erwachsene, sexuell erfahrene Männchen stattfanden, entdeckten die Forscher. Der Sieg an sich verstärkt also offenbar vor allem aggressives Verhalten, während ein Heimsieg zusätzlich die Motivation und den Wunsch zu kämpfen erhöht.



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