Im Wald wird es ruhig

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung
Igel

Bild: Tihis / Shutterstock Vergrößern

Zusammengerollt in einem Laubbett hält dieser Igel seinen Winterschlaf.

Der Winter kündigt sich an. Draußen wird es kalt, die Tage werden kürzer und lange Abende vor dem warmen Kamin stehen kurz bevor. Aber nicht nur die Menschen suchen in den eigenen vier Wänden Schutz vor der ungemütlichen Kälte. Auch die Tiere bereiten sich auf die langen Wintermonate vor. Die Temperaturen sinken und das Fressen wird knapp. Winterschlaf und Winterruhe sind für viele Waldtiere die einzige Überlebensstrategie. Ob Igel, Frosch oder Fuchs, sie alle suchen sich ein schützendes Dach bis der Frühling heranbricht.

Dabei kann der Mensch den tierischen Langschläfern wertvolle Hilfe leisten. Holzstapel, Laub- und Steinhaufen dienen vielen Waldtieren als idealer Schlafplatz. Ein bisschen mehr Unordnung im Garten ist zwar für das Auge weniger schön, bietet den müden Tieren aber eine Möglichkeit, gut über den Winter zu kommen, erzählt Birgit Radow, Geschäftsführerin der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Überlebenstricks der Waldtiere

Schmetterlinge und Füchse überwintern gerne in Kellern und auf Dachböden. Den Schmetterlingen aber kann man das Überwintern in so genannten "Schmetterlings-Hotels" wesentlich erleichtern. Neben Schmetterlingen können hier auch Insekten bei Minustemperaturen monatelang ausharren. Der Überlebenstrick der Insekten ist, dass sie Alkohol im Blut haben. Nur deswegen können die winzigen Insekten die kalte Jahreszeit problemlos überstehen. Das Glyzerin wirkt wie ein Frostschutzmittel und setzt den Gefrierpunkt des Insektenblutes herab.

Säugetiere haben eine andere Strategie: Sie rollen sich in ihrer ausgepolsterten Schlafstätte zusammen und schlafen ein. Das gelingt aber nur, weil sie die eigene Körpertemperatur bis auf drei Grad senken. Zuvor fressen sie sich einen Fettvorrat an, der als Energiespeicher und Isolationsschicht dient. Herzschlag und Atmung verlangsamen sich. Siebenschläfer, Murmeltier und Igel können auf diese Weise monatelang tief und fest schlafen.

Hirsch

Bild: R.S. Jegg / Shutterstock Vergrößern

Da Hirsche im Winter oft nur dürre Gräser und Brombeerblätter finden, verkleinert sich ihr Verdauungstrakt automatsich.

Anders funktioniert es bei Eichhörnchen, Dachs und Biber: Sie ziehen sich in den Wintermonaten zum Ruhen in ihre Höhlen und Bauten zurück. Sie halten keinen festen Winterschlaf, sondern ruhen sich lediglich aus. Dabei sind sie weiterhin reaktionsfähig und gehen sogar auf Nahrungssuche.

Die großen Säugetiere dagegen reduzieren ihre Körpertemperatur, um Energie zu sparen. Sie halten keine Winterruhe, schränken aber ihre Reaktionsfähigkeit stark ein. Im Winter kann man Rehe und Hirsche dann oft bewegungslos in der offenen Landschaft beobachten. Dabei verringert sich auch ihr Herzschlag und wegen des veränderten Nahrungsangebots verkleinert sich der Verdauungstrakt.

Auch unsere Spatzen müssen sich auf die kalten Monate vorbereiten, dabei können wir sie bei der Wohnungssuche unterstützen. In so genannten "Spatzen-Reihenhäusern" finden sie nicht nur einen Unterschlupf für den Winter, sondern auch einen Nistplatz für das kommende Frühjahr.

Mehr Informationen finden Sie hier.




  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus