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Links oder rechts? Ein Forscherteam beeinflusste die Vorliebe für eine Seite mit Hilfe eines Magnetfelds.
Forschern ist es gelungen, mit Hilfe eines am Kopf angelegten Magnetfelds die Vorliebe von Rechtshändern für ihre rechte Hand abzuschwächen: War das Feld eingeschaltet, griffen die Probanden weniger häufig spontan mit rechts nach einem vor ihnen liegenden Gegenstand.
Das Feld beeinflusst demnach offenbar eine Art Wettbewerb, der zwischen den für die linke und die rechte Hand zuständigen Hirnregionen herrscht, schließen die Forscher. Ihre Ergebnisse helfen, grundlegende Entscheidungsprozesse besser zu verstehen, die das alltägliche Verhalten stark prägen. Das Team um Flavio Oliveira von der University of California in Berkeley stellt seine Ergebnisse im Fachmagazin "PNAS" vor.
Bei einfachen Tätigkeiten benutzen Menschen flexibel und spontan entweder die rechte oder linke Hand, wenn nur eine Hand benötigt wird. Jeden Tag muss der Mensch eine Vielzahl solcher Entscheidungen treffen: Drückt man etwa mit der linken oder der rechten Hand den Aufzugknopf oder holt man die Teller mit links oder rechts aus dem Küchenschrank? Bevor die Wahl auf eine Hand fällt, werden im Gehirn zunächst einmal beide Hände für die mögliche Handlung vorbereitet. Es sind sowohl die für die rechte als auch die für die linke Hand zuständigen Gehirnregionen aktiv. Die Entscheidung für eine Hand resultiert also aus einer Art Wettbewerb zwischen diesen Gehirnregionen.
Genau diesen Wettbewerb manipulierten die Forscher durch die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation (TMS). Dabei wird eine spezielle Spule an den Kopf gesetzt, die starke Magnetfelder erzeugt. Diese können Bereiche im Gehirn aktivieren oder auch hemmen. Die Wissenschaftler baten rechtshändige Versuchspersonen, mit einer ihrer Hände nach Bildern zu greifen, die an verschiedenen Positionen auf dem Tisch lagen. Währenddessen störten sie die Gehirnaktivität kurzzeitig mit TMS und setzten die Spule dafür an einer Region am Hinterkopf an, die als Schlüsselareal für die Kontrolle von Handbewegungen gilt. Das Ergebnis: Wenn die Aktivität dieser Region gestört wurde, griffen die Probanden seltener mit ihrer dominanten rechten Hand nach den Bildern.
Mit ihren Untersuchungen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die getesteten Gehirnregionen an der Entscheidung beteiligt sind, welche Hand zum Einsatz kommt - und dass diese Entscheidung anders ausfällt, wenn die Aktivitäten der beteiligten Hirnregionen gezielt verändert werden. Es handele sich bei der Entscheidung für eine bestimmte Hand allerdings um einen recht komplexen Prozess, der auch noch von anderen Faktoren geprägt wird, wie etwa früheren Erfahrungen, der aktuellen Position der Hände oder auch der Erreichbarkeit eines Objektes. Die Studie könne daher nur einen Teil der tatsächlichen Entscheidung erklären, betonen die Forscher.
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