Die Bio-Bauern von Kreuzberg

Autor: Mirco Lomoth
Gärtner

Bild: Dagmar Schwelle Vergrößern

Robert Shaw (links) und Marco Clausen (rechts) gründeten in Berlin den Prinzessinnengarten für urbane Selbstversorger.

Unsere Welt kann nur dann dauerhaft lebenswert bleiben, wenn wir uns am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. Wir stellen Menschen vor, die ökologisch, ökonomisch oder sozial nachhaltig handeln. Pioniere wie Robert Shaw und Marco Clausen, die mitten in Berlin Landwirtschaft im Prinzessinnengarten betreiben.

Was ist das Ergebnis, wenn man eine Inspiration aus Kuba mit dem Kohlrabi der Großmutter kreuzt? Ein Garten in Kreuzberg – Berlin-Kreuzberg. Hier gründeten Robert Shaw und Marco Clausen vor zwei Jahren den Prinzessinnengarten, eine grüne Oase für Selbstversorger, einen mobilen Acker für Mohrrüben und Minze, Tomaten und Salat, Kartoffeln und – natürlich – Kohlrabi.

In Kuba, wo Robert Shaw während des Studiums zwei Jahre lang lebte, ist Landwirtschaft in den Städten weitverbreitet. Daran erinnerte sich der gelernte Friedhofsgärtner und Dokumentarfilmer, als er vor vier Jahren Vater wurde: «Ich suchte nach einer Möglichkeit, viel Zeit mit meinem Sohn und an der frischen Luft zu verbringen», erzählt Shaw. Und er erinnerte sich an seine Großmutter, die ihm in ihrem Schrebergarten in Krefeld schon als Kind vermittelt hatte, dass Gärtnern etwas mit Ernährung zu tun hat: «Es war ihr sehr ernst damit, wie man den Kohlrabi zu behandeln hat.»

In Marco Clausen fand Shaw einen geeigneten Partner. Der wurde im Spannungsfeld zwischen mütterlichem Ziergarten und väterlichem Rasenprogramm in Schleswig erzogen: «Ich war immer für wachsen lassen.» Der Historiker hatte schon eine Kneipe in Kreuzberg geführt und wusste, was man braucht, um ein Projekt wirtschaftlich zu gestalten. Und natürlich nachhaltig. «Nachhaltig bedeutet für uns auch, dass ein Projekt sich selbst trägt, also nicht von Fördergeld abhängig ist», sagt er. Clausen und Shaw leben seit rund zehn Jahren in Kreuzberg, beide sind Mitte dreißig. Und zuweilen immer noch überrascht davon, was in ihrem Garten so alles wächst.

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(NG, Heft 09 / 2011, Seite(n) 18)

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