Menschenaffen sind Personen

Bilder: Federico Gambarni
Menschenaffe

Zum Jahreswechsel hatte ein Gericht in Argentinien über den Status der Orang Utan­-Frau Sandra im Zoo von Buenos Aires befunden. Weltweit jubelten Tierschützer: Sandra, 29, ist vor dem Gesetz eine Person und muss freigelassen werden.

Experten wa­ren sich über die Auslegung allerdings zeitweise un­einig. Auch Colin Goldner, der deutsche Vorkämpfer für die Forderung, Großen Menschenaffen stünden wegen ihrer Verwandtschaft zu uns die Grundrechte auf Freiheit, Unversehrtheit und Würde zu, hatte noch Zweifel.

Doch am 28. Januar kam die entscheidende juristische Klarstellung: Für Sandra gilt – wie für Menschen – das Habeas­ Corpus­-Recht. Der Zoo hat Sandra nun freizulassen. Wie es aussieht, wird sie in ein Refugium nach Florida überstellt, das den Bedürfnissen von Orang ­Utans gerecht wird.

Auch dem Petitionsausschuss des Bundestags liegt seit Monaten ein Antrag vor, die Grundrechte der Großen Menschenaffen in der Verfassung zu garantieren. Bislang haben die zuständigen Abge­ordneten eine Stellungnahme aber verweigert.

In unserer Ausgabe Dezember 2012 haben wir über die Grundrechte der Menschenaffen berichtet. Lesen Sie hier den kompletten Artikel.


(NG, Heft 3 / 2015, Seite(n) 33)

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