Notebook als Erdbebensensor

Autor: Mascha Schacht  —  Quelle: ddp
Notebook als Erdbebensensor

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Nach dem Erdbeben in Port-Au-Prince, Haiti, August 2010

Haiti, Chile, Neuseeland: Auch im Jahr 2010 gab es wieder eine Reihe von Erdbeben, die verheerende Schäden anrichteten und Tausende Menschen das Leben kosteten. Viele von ihnen hätten womöglich gerettet werden können, wenn in den betroffenen Regionen mehr spezielle Hightech-Geräte, sogenannte Breitband-Seismometer, installiert gewesen wären und die Behörden schneller einen Überblick über die Schäden bekommen hätten. Doch derartige Technik ist teuer. Zu teuer insbesondere für viele Entwicklungsländer.

Erdbebenforscher wollen die Lage nun mit einfachen Mitteln entscheidend verbessern - indem sie nämlich Internetnutzer weltweit zu ihren Verbündeten machen. Deren Computer sind häufig bereits mit der Basistechnik zur Erdbebenaufzeichnung ausgestattet oder lassen sich für wenig Geld nachrüsten. 

Zwtl: Beschleunigungssensoren im Computer liefern wertvolle Daten 

Das entsprechende kleine Bauteil nennt sich mikroelektromechanischer Sensor (MEMS).

Es funktioniert ähnlich wie das Pendel einer Uhr und registriert Beschleunigungen in zwei oder drei Raumrichtungen. Wird dabei ein vorgegebener Grenzwert überschritten, etwa weil beispielsweise ein Notebook vom Tisch fällt, schaltet sich die Festplatte ab, bevor das Gerät den Boden berührt. Dadurch können die wertvollen Speicherdaten häufig gerettet werden, selbst wenn das Computergehäuse stark beschädigt ist.

Für diese Beschleunigungsmesser interessieren sich seit einiger Zeit immer mehr Erdbebenforscher. Denn die Sensoren können prinzipiell auch Erdbeben aufzeichnen und somit Wissenschaftlern und Rettungskräften wertvolle Daten liefern, wie die Wissenschaftsjournalistin Ute Kehse in der Dezember-Ausgabe des Magazins "bild der wissenschaft" berichtet. 



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