Rätselhafter Exoplanet

Quelle: ddp
WASP-12b

Bild: NASA/JPL-Caltech Vergrößern

Diese Grafik stellt den jupiterähnlichen Planeten WASP-12b vor seinem Zentralgestirn dar.

Forscher haben einen unerwartet kohlenstoffreichen Exoplaneten entdeckt. Dieser macht die Existenz von Himmelskörpern mit diamantenen Oberflächen denkbar. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Sauerstoff in der Atmosphäre des Planeten WASP-12b beträgt mindestens eins zu eins, ergaben die Analysen des Lichts, das der heiße Himmelskörper aussendet.

In unserem Sonnensystem sei dieser hohe Wert nicht zu finden - die Sonne hat beispielsweise nur einen entsprechenden Verhältniswert von 0,54, sie enthält also fast doppelt so viel Sauerstoff wie Kohlenstoff. WASP-12b selbst besitzt den Forschern zufolge zwar keine feste Oberfläche oder Bedingungen für Leben, aber sein hoher Kohlenstoffgehalt lässt auf die mögliche Existenz von kleineren Gesteinsplaneten schließen, bei denen die Felsen aus den Kohlenstoffformen Diamant oder Graphit bestehen, sagen die Wissenschaftler. Solche exotischen Planeten könnten durchaus auch die Bedingungen für Leben erfüllen. Über seine Entdeckung berichtet das Team um Nikku Madhusudhan vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge im Fachmagazin „Nature“. 



Der Planet WASP-12b hat den Berechnungen der Forscher zufolge etwa die 1,4-fache Masse des Jupiter und ist ungefähr 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er ist einer der heißesten Exoplaneten, die jemals entdeckt wurden, denn er umkreist sein Zentralgestirn in einer Entfernung, die nur ein Vierzigstel des Abstandes zwischen Erde und Sonne beträgt. Seine Oberfläche wird somit auf über 2.200 Grad Celsius aufgeheizt, sagen die Forscher. Die Strahlung, die der Exoplanet abgibt, offenbarte diese Temperaturverhältnisse - und gleichzeitig auch seine chemische Zusammensetzung.



Mit seinen Eigenschaften gehört WASP-12b zu der Kategorie von Exoplaneten, die als „heiße Jupiter“ bezeichnet werden. Er bestehe weitestgehend aus Gas und habe keine Oberfläche, auf der Leben existieren könnte, sagen die Wissenschaftler. Seine kohlenstoffreiche Zusammensetzung sei aber ein Hinweis darauf, dass eine bisher unbekannte Kategorie exotischer Exoplaneten im Universum existieren könnte. Möglicherweise befinden sich darunter auch Himmelskörper von der Größe der Erde - allerdings nicht mit einer silikatreichen Oberfläche, sondern mit Gesteinen aus den Kohlenstoffformen Diamant oder Graphit. „Es könnte durchaus Lebensformen geben, die mit den Bedingungen auf solchen Planeten zurecht kommen“, spekuliert Madhusudhan.



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