Stromversorgung mit erneuerbaren Energien ab 2050?

Quelle: ddp
Solarzellen

Bild: Shutterstock / Karin Jaehnke Vergrößern

Solarzellen und Windkraftanlagen könnten mit dem heutigen Stand der Technik ab 2050 den kompletten Strombedarf Deutschlands decken.

Bis 2050 lässt sich die deutsche Stromversorgung mit heute vorhandener Technik vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Das hat das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Umweltbundesamts errechnet. Nach der Studie «Energieziel 2050: 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen» müssen dazu alle Regionen Deutschlands ihre Potenziale für erneuerbare Energien weitgehend ausschöpfen und bundesweit Strom austauschen, wie das Umweltbundesamt mitteilt.

In dem Szenario «Regionenverbund» lässt das Umweltbundesamt die vollständige Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien untersuchen. Dabei stimmen alle Regionen Deutschlands die unterschiedlichen Erzeugungsarten der erneuerbaren Energien, die Speicher und das Lastmanagement genau aufeinander ab. Ziel dieser Koordination ist es, Fluktuationen auszugleichen, wie sie etwa bei Wind- oder Solarenergie auftreten. Die Wissenschaftler des IWES haben dieses Szenario stundengenau modelliert und berechnet. «Nach dem Ergebnis kann die Stromversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbaren Energien basieren und die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet werden», berichtet Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts.

Windkraftanlage

Bild: Shutterstock / Martin Nemec Vergrößern

Das Szenario des Fraunhofer-Institutes setzt eine verbesserte Koordination der gespeicherten Stromreserven ebenso voraus wie eine weitere Senkung des Energieverbrauchs.

Um die Stromversorgung umzugestalten, bedarf es aber nicht nur des Ausbaus der Infrastruktur für die Erzeugung erneuerbarer Energie: Nach der Studie müssen auch die Möglichkeiten zur Stromeinsparung etwa durch Gebäudedämmung ausgeschöpft werden. Eine weitere Voraussetzung sei, dass der größte Teil der Wärmepumpen mit ausreichend dimensionierten thermischen Speichern ausgestattet wird. Das gesamte Maßnahmenbündel deckt auch den erheblichen zusätzlichen Stromverbrauch durch den starken Ausbau der Elektromobilität ab.

Gegenwärtig verursacht die Stromerzeugung den Angaben nach mehr als 40 Prozent der gesamten deutschen Kohlendioxid-Emissionen. «Wenn wir die Treibhausgas-Emissionen um 80 bis 95 Prozent verringern wollen, müssen wir die Stromversorgung auf erneuerbare Energien umstellen», sagt Flasbarth. Als Nebeneffekt könne Deutschland damit auch seine hohe Importabhängigkeit von Primärenergieträgern deutlich reduzieren.



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