Energiewende: Der Wille zum Wandel

Autor: Nadja Armbrust  —  Bilder: change filmverleih
Windräder

Edy Kraus kann seine Tränen nicht mehr unterdrücken. Er sitzt am Küchentisch und vergräbt das Gesicht in den Händen. Kraus hat sein ganzes Vermögen in den Traum von einer mobilen Pelletieranlage gesteckt – eine Maschine, die Reststoffe aus der Landwirtschaft zu Pellets verarbeitet. Jetzt wird ihm klar: Das Projekt ist gescheitert, das Geld weg.

Der Dokumentarfilm „Power to Change – die Energie-Rebellion“ von Regisseur Carl A. Fechner erzählt von einer großen Vision: Strom und Wärme soll in Zukunft komplett aus erneuerbaren Quellen stammen und vor Ort produziert werden. „Power to Change“ begleitet deshalb Menschen, die sich mit der Energiewende beschäftigen.

Dazu zählt der Unternehmer Amir Roughani. Als junger Ingenieur hatte er an den Wandel geglaubt, dann jedoch angefangen, daran zu zweifeln. Nun trifft er auf Menschen, die die Hoffnung nicht aufgegeben. Die Ukrainerin Ganna Gladkykh reist mit ihm zu den Kriegsschauplätzen ihres Heimatlandes. Dort macht sie ihm klar, wie abhängig die Ukraine von russischem Gas ist. Der Unternehmer erkennt darin einen Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen. Doch hat Roughani den Mut, in das Geschäft mit Wind- und Solaranlagen einzusteigen?

Auch Hans-Josef Fell fährt in die Ukraine und versucht mit „Energie-Demokraten“ wie Ganna Gladkykh den Umweltminister zu überzeugen, in erneuerbare Energien zu investieren. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Mitautor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erklärt außerdem, wer versucht, den Wandel aufzuhalten.

Edy Kraus kämpft dagegen in Deutschland für seine Erfindung: Die Pellets aus seiner mobilen Anlage sollen Strom und Wärme liefern. Doch das Projekt wankt. Kraus weigert sich trotzdem, aufzugeben.

Der Regisseur begleitet zudem einen Ingenieur, der 30 Jahre lang in einem Atomkraftwerk gearbeitet hat. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima kämpft er nun für den Ausstieg aus der Kernenergie.

Außerdem stellt „Power to Change“ einen Blogger vor, der Kommunen und Unternehmen über zukünftige Trends im Mobilitätsbereich berät. Das Kamerateam folgt auch dem Stromsparhelfer Lutz Machalewski in fremde Wohnungen, in denen er den Bewohnern Energie-Spar-Tipps gibt.

„Power to Change“ zeigt zudem in Schwerin einen der größten Batteriespeicher Europas. Bemerkenswert ist auch die weltweit mächtigste Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte, die aus überschüssigem Strom einen nachhaltigen Kraftstoff herstellt. Die Doku erklärt so, wie die Welt es schaffen kann, komplett auf erneuerbare Energien umzustellen – auch, wenn die Sonne nicht scheint oder das Windrad still steht.

„Power to Change“ besticht zudem mit aufwendig gedrehten Bildern im Spielfilmlook - Die täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass die Doku stark Partei ergreift. Regisseur Carl-A. Fechner will seit Jahren die Gesellschaft zum Umdenken motivieren. Deshalb lässt er auch keine Kritiker zu Wort kommen. Die Doku hätte so jedoch an Überzeugungskraft gewonnen. Zudem verwirren die vielen Protagonisten, ein roter Faden ist häufig nicht erkennbar.

Dennoch macht „Power to Change“ Mut auf eine Zukunft mit erneuerbaren Energien. Menschen wie Edy Kraus sind bereits überzeugt – und bereit, alles dafür zu opfern.

Sehen Sie hier den Trailer zu „Power to Change – die Energie-Rebellion“:

„Power to Change – die Energie-Rebellion“ läuft am 17. März in deutschen Kinos an!

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