Jane's Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall

Schimpansen in Gombe

Bild: Andre Zacher Vergrößern

1960 begann Jane Goodall, das Verhalten der Schimpansen zu studieren.

Mitten im Bergwald Tansanias, in der Nähe des Tanganjikasees, sitzt eine Frau und beobachtet Schimpansen. Die Gruppe wilder Affen in ihrer unmittelbaren Nähe scheint durch den Eindringling in ihr Revier nicht beunruhigt zu sein. Eines der Tiere legt sich neugierig neben sie ins dichte Gras, ein Weibchen bringt ihrem Nachwuchs im Unterholz weiter das Klettern bei. "Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall" ist eine Hommage an die berühmte Verhaltensforscherin. Der Film fasziniert nicht nur dank solch beeindruckender Tieraufnahmen. Ihm gelingt es auch, mittels bislang unbekanntem Archivmaterial und zahlreichen Interviews mit Weggefährten ein ganz privates Portrait der rastlosen Aktivistin zu entwerfen.

Im Jahr 1960 reist Jane Goodall zum ersten Mal nach Gombe. Ohne wissenschaftliche Ausbildung, mit einer Mischung aus Naivität und Entschlossenheit beginnt sie, das Verhalten der Schimpansen in freier Wildbahn zu studieren. Ausgerechnet die Feldforschung einer wissenschaftlichen Amateurin revolutionierte damals das Bild, das sich der Mensch von seinen nächsten lebenden Verwandten gemacht hatte. Der planvolle Gebrauch und die Herstellung von Werkzeugen – lange galten sie als Alleinstellungsmerkmale des Homo Sapiens, bis Goodall sie bei den Schimpansen beobachtete.

Fünf Jahrzehnte sind seitdem vergangen: Grund genug für einen filmischen Rückblick. Für die Dokumentation von Regisseur Lorenz Knauer kehrt die mittlerweile 76-Jährige zurück nach Tansania – dahin, wo alles begann. Der Film begleitet sie bei einem Wiedersehen mit den dortigen Schimpansen und lässt gemeinsam mit ihr das Leben in der Wildnis in den sechziger Jahren Revue passieren. 8-Millimeter-Filme aus Goodalls Privatbesitz machen den außergewöhnlichen Alltag der jungen Frau, gemeinsam mit ihrem ersten Mann Hugo van Lawick und ihrem gerade geborenen Sohn Grub in unmittelbarer Nähe der Schimpansen für den Zuschauer lebendig.

Heute ist Jane Goodall an 300 Tagen im Jahr unterwegs – aus der Verhaltensforscherin ist eine Aktivistin geworden. Eben diese neue Rolle steht im Zentrum der Dokumentation. Sie zeigt vor allem die Jane Goodall, die versucht, mit Vorträgen, Seminaren und zahlreichen Projekten ein Bewusstsein zu schaffen für die Zerbrechlichkeit der weltweiten Ökosysteme und die Abhängigkeit des Menschen von der Natur. Dass ihr dies so außergewöhnlich gut gelingt, liegt vor allem an ihrer Fähigkeit, ihr Publikum zu begeistern, egal ob sie nun vor den Vereinten Nationen oder einer japanischen Schulklasse spricht. Eines der größten Verdienste des Filmes ist es, dieses Charisma von Jane Goodall in bewegenden Szenen spürbar zu machen.

Janes Journey NEU NEU

Bild: Universum Film Vergrößern

Der Film zur Dokumentation erscheint am 18. Februar bei Universum Film.

Lorenz Knauer inszeniert Goodalls Leben deshalb nur teilweise als Rückschau. Die Umweltaktivistin scheint vom Ruhestand weiter entfernt zu sein als je zuvor. Ihre Stiftungen sind mittlerweile in mehr als 100 Ländern aktiv. Während ihr der Zuschauer von Grönland nach Tansania, von Japan in die USA folgt, wird vor allem eines klar: Goodall versteht ihr Engagement als Berufung. So entsteht das faszinierende Portrait einer unverbesserlichen Optimistin, der täglich das Kunststück gelingt, Menschen weltweit zu begeistern und zu inspirieren.



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