Unsere Ozeane

Artikel vom 18.02.2010  —  Autor: Leonie Johann  —  Bilder: Universum Film

„Was ist das, das Meer“? fragt ein Junge zu Beginn des Films. Richtig erklären können ihm das die beiden französischen Regisseure Jaques Perrin und Jaques Cluzard in ihrem Film „Unsere Ozeane“ auch nicht. Aber das wollen sie auch gar nicht. Sie wollen das Meer zeigen, wie man es sonst nicht zu sehen bekommt: ohne Erklärungen und fast ohne Kommentare, mit selten gesehenen Aufnahmen. Das unterscheidet diesen eindrucksvollen Naturfilm von anderen seiner Art.

Unsere Ozeane_Rochen

Bild: Universum Film Vergrößern

So mag es anfangs befremdlich wirken, nur dem Meer und seinen Bewohnern zu lauschen, anstatt menschliche Stimmen zu hören. Aber gerade die fehlende Erklärung macht das Seh- und Hörerlebnis viel eindrücklicher: Zwei riesige Krebsarmeen, die unter Wasser aufeinanderkrachen. Heringe, die in ihrem Schwarm perfekt organisiert nebeneinander schwimmen. Wellen, die im Sturm gepeitscht werden, grunzende Seelöwen, der Atem der Wale. Ein Braunbär, der Lachse fängt, die einen beschwerlichen Weg vom Salz- ins Süßwasser hinter sich haben, zeigt, wie weit das Ökosystem Ozean reicht.
Anmutige Bilder, deren Harmonie gegen Ende des Films bewusst von einem Bild der Verschmutzung gestört wird: Ein Seelöwe schwimmt durch den Abfall, den die Menschen im Meer hinterlassen haben.
Im Jahr der Biodiversität wollen die Regisseure auf die Vielfalt der Arten im Ozean und ihre Ausrottung durch den Menschen aufmerksam machen: „Es gibt nur eine Erde, lasst sie uns gemeinsam schützen“ ist eine zentrale Aussage des Films. 270.000 bekannte Arten leben im Meer, in der Tiefsee vermutet man noch weitere Millionen Arten, die noch nicht entdeckt wurden.

Unsere Ozeane_Babyschildkröte

Bild: Universum Film Vergrößern

Vier Jahre lang haben die beiden Regisseure und ihr Team an 54 verschiedenen Drehorten nach den schönsten Motiven gesucht und einige der Meeresbewohner eindrucksvoll porträtiert: „Sie sind die besten Fürsprecher der Ozeane“, findet Jaques Perrin. Die Franzosen beweisen in ihrem Film ein Gespür für leise Töne und verzichten auf den erhobenen Zeigefinger.


Unsere Ozeane Trailer

Seit dem 24. September erhältlich auf DVD und Blu-Ray.

Mehr Informationen zum Film finden Sie hier.

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