Tyrannosaurus Rex war ein Kannibale

Quelle: ddp
Tyrannosaurus Rex

Bild: Naaman Abreu/Shutterstock Vergrößern

Gefährlicher Artgenosse: Knochenfunde zeigen, dass der Tyrannosaurus Rex gerne auch andere Tyrannosaurier verspeiste.

Die Könige der Dinosaurier fraßen mitunter ihre Artgenossen: Einige Knochenfunde von Tyrannosaurus Rex zeigen typische Bissspuren, die andere Tyrannosaurier bei einer kannibalistischen Mahlzeit hinterlassen haben.

Das konnten Paläontologen nachweisen, nachdem sie verschiedene Museen systematisch nach T-Rex-Knochen mit Bissspuren durchstöbert hatten. Vermutlich war der Kannibalismus bei T-Rex nichts Ungewöhnliches, denn die Wissenschaftler fanden gleich vier Knochen, welche die charakteristischen Zahnabdrücke aufwiesen. Diese Erkenntnis werfe ein neues Licht auf das Verhalten des prominenten Raubsauriers, schreiben die Forscher um Nick Longrich von der Yale University in New Heaven im Fachjournal "PLos ONE".



Den Anstoß für die Studie gab ein versteinerter Knochen mit einem riesigen Zahnabdruck, den Nick Longrich in einer Fossilienkollektion entdeckt hatte. Anhand des Alters des Fundes und der Größe des Zahnabdrucks konnte er die Bissspur eindeutig einem Tyrannosaurus Rex zuordnen. Die Analyse des angebissenen Knochens selbst ergab dann den Beweis für den Kannibalismus: Er gehörte ebenfalls zu einem T-Rex, der folglich das Opfer eines Artgenossen geworden sein muss. 



Dieses spannende Ergebnis führte zu der systematischen Suche nach entsprechenden Knochenresten, während der die Wissenschaftler einige Dutzend T-Rex-Fossilien aus den Sammlungen verschiedener Museen in Augenschein nahmen. Das Resultat waren drei Fuß- und ein Armknochen mit passenden Zahnabdrücken. Den Forschern zufolge ist das ein eindeutiges Ergebnis: "Es ist überraschend, wie häufig dieser Kannibalismus vorgekommen sein muss", kommentiert Longrich. 



Die Zahnspuren auf den Knochen sind den Wissenschaftlern zufolge eindeutig beim Fressen entstanden. Unklar bleibe aber, ob diese Mahlzeit am Ende eines Rivalen-Kampfes oder aber einer gezielten Jagd gestanden habe. "Auch bei heutigen Fleischfressern kommt so etwas vor - auf diese Weise lässt sich ein Konkurrent ausschalten und es gibt gleich noch eine Mahlzeit dazu", sagt Longrich. Die Erkenntnisse geben nach Überzeugung von Longrich einen spannenden Einblick in das Fressverhalten des T-Rex. Aufgrund des offenbar weitverbreiteten Kannibalismus sei T-Rex vermutlich ein Einzelgänger gewesen - im Gegensatz zu vielen großen Fleischfressern unserer Tage wie beispielsweise Löwen oder Wölfen.



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