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Menschen-Modell mit Knopfaugen: Auf den ersten Blick scheint die Maus wenig mit uns gemeinsam zu haben.
Der Maus verdanken wir zahllose Erkenntnisse über menschliche Krankheiten, vor allem wenn es darum geht, welche Erbinformationen an ihrer Entwicklung beteiligt sind. Genetisch gesehen sind sich Maus und Mensch nämlich erstaunlich ähnlich: Beide Lebewesen haben nach aktuellem Stand der Forschung etwa 20 000 Gene, rund 15 000 davon gehören sowohl zum Bauplan des Menschen, als auch zu dem der Maus. Doch wie kann es sein, dass ein so ein winziges Nagetier so viel mit uns gemeinsam hat?
„Säugetiere haben alle einen gemeinsamen Grundaufbau, der auf der Information vieler fundamentaler Gene beruht“, erklärt Helmut Fuchs, wissenschaftlicher Leiter der „German Mouse Clinic“ am Helmholtz-Zentrum München. „Maus und Mensch gehören biologisch betrachtet zu den Säugetieren, das macht sie so ähnlich.“ Diese Gemeinsamkeiten gehen auf einen gemeinsamen Urahnen zurück: Viele Gene waren schon Teil des Erbguts, als sich die Nagetiere vor etwa 90 Millionen Jahren von den Vorfahren des Menschen trennten. Was uns von der Maus unterscheidet, sind bei genauerer Betrachtung meist nur Variationen eines gleichen Grundprinzips.
„Herz, Nieren, Leber und so weiter - alles eben nur im Miniformat: Die Funktion und der Aufbau sind vergleichbar und damit auch die Information zum Bau dieser Organe“, sagt Fuchs. Aber selbst die Erbinformationen, die beispielsweise den Bau unserer Hand bestimmen, unterscheiden sich kaum von den Genen, die zur Ausbildung einer winzigen Mauspfote nötig sind. „Die Natur verwendet Baupläne, die sich bewährt haben, immer wieder“, erläutert Fuchs. Auch wenn sich der Mensch als das höhere und komplexere Lebewesen betrachtet, allein am grundsätzlichen Aufbau des Erbgutes lässt sich der Unterschied zwischen Mensch und Maus nicht erkennen. Spezielle Gene und ihre Kombination machen beide Lebewesen erst einzigartig. „Ein paar Funktionen braucht man eben nur als Maus oder nur als Mensch, deshalb gibt es durchaus Gene, die sich stark unterscheiden oder im anderen Lebewesen gar nicht vorkommen“, sagt Fuchs.
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