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Sie trotzen dem Klimawandel: Die Vertreter der Korallenart Montastraea faveolata sind besonders widerstandsfähig gegen die stetig voranschreitende Meereserwärmung.
Dies sei auf Unterschiede in der genetischen Variabilität zurückzuführen. Zukünftig könnten daher bevorzugt hitzetolerante Korallenarten zur Wiederherstellung bereits zerstörter Riffgemeinschaften eingesetzt werden, berichten die Wissenschaftler um Iliana Baums von der Pennsylvania State University im Fachmagazin „PLoS One“.
Korallenriffe zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde - doch ihre Zukunft sieht düster aus: Wenn das Meerwasser durch den Klimawandel zu warm wird, sterben die Korallen ab. Übrig bleibt lediglich das farblose Kalkskelett, weshalb auch von der Korallenbleiche gesprochen wird. Grund ist die geringe Temperaturtoleranz der empfindlichen Nesseltiere: Wird es ihnen zu warm, stoßen sie mikroskopisch kleine Algen ab, die im Inneren der Koralle leben und sie mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgen. Nebenbei verleihen diese Algen den Korallen auch ihre Farbe. Weltweit sind mehr als zwei Drittel der Korallenriffe durch die globale Erwärmung bedroht und zum Teil bereits schwer beschädigt.
Doch offenbar kommen einige Korallenarten besser mit dem Hitzestress klar als andere. Die von Iliana Baums und ihre Kollegen untersuchte Sternkoralle Montastraea faveolata gilt in manchen Regionen schon zu 90 Prozent als ausgerottet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Bei ihrer Studie konzentrierten sich die Wissenschaftler auf den Nachwuchs der Korallen: Die freischwimmenden Larven besitzen nur eingeschränkte Energiereserven und reagieren besonders sensibel auf ökologische Veränderungen. Das Team sammelte Larven an zwei verschiedenen Orten ein - bei Key Largo in Florida und nahe Puerto Morales in Mexiko.
Einige Larven wurden in Aquarien mit normaler Wassertemperatur gesetzt, während ein anderer Teil ein bis zwei Grad höhere Temperaturen aushalten musste. Mehr als 50 Prozent der Larven aus Florida wiesen starke Deformationen auf, wenn sie im Aquarium mit erhöhten Temperaturen aufwuchsen. Auf die mexikanischen Larven hatten die höheren Temperaturen hingegen kaum Einfluss. Zudem stellten die Wissenschaftler auch Unterschiede im Erbgut der jungen Korallen verschiedener Herkunft fest: Sie identifizierten 218 Gene, die sensitiv auf die Temperatur reagierten - doch diese waren nur bei den Larven aus Florida vorhanden. “Unsere Studie demonstriert, dass die Art und Weise, wie die Larven auf Veränderungen der Umgebung reagieren, vom Lebensraum ihrer Eltern abhängig ist“, erklärt Baums. „Die Korallenlarven aus Florida und Mexiko reagieren eindeutig unterschiedlich auf Hitzestress, obwohl sie derselben Art angehören.“ Die Meeresbiologen empfehlen, zukünftig hitzetolerante Korallenlarven bei der Wiederaufforstung der bedrohten Lebensräume zu verwenden.
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