Wissenschaftler erforschen Superkleber von Meereskrebsen

Quelle: ddp
Krebs

Bild: Shutterstock / Cigdem Cooper Vergrößern

Mit einem selbst hergestellten Klebstoff können sich einige Meereskrebse an den unterschiedlichsten Flächen verankern.

Klebstoffe von Meereskrebsen könnten künftig in synthetischer Form in Medizin, Industrie und Technik eingesetzt werden. Das ist die Idee von Wissenschaftlern aus Bremen, Wien und aus Irland, die sich zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammengeschlossen haben. Sie untersuchen die gestielte Meereichel (Dosima fascicularis), die sich mit klebrigen Substanzen beispielsweise an Felsen, Bojen oder auch Schiffen festsetzt. Mit dem tierischen Superkleber verankern sich die Krebse an nahezu allen Flächen - eine Fähigkeit, die sich der Mensch zu Nutze machen könnte. Die Forscher um Waltraud Klepal nehmen nun die Entstehung und Zusammensetzung des Klebstoffs dieser Meerestiere genau unter die Lupe, wie die Universität Wien berichtet.

Im Fokus der Forscher stehen die Drüsen der Krebse, die den auch Zement genannten Klebstoff produzieren. «Der weiche Zement erhärtet, sobald er nach außen gelangt», sagt Projektmitarbeiterin Vanessa Zheden. Nicht viele Klebstoffe sind bekannt, die im Wasser aushärten. Warum der Zement diese Eigenschaft besitzt, ist deshalb eine zentrale Frage des Projekts. Sobald die genaue Zusammensetzung des natürlichen Klebstoffs bekannt ist, könnte er auf synthetischem Weg hergestellt werden. Neben der Zahnheilkunde sehen die Forscher für den Zement viele weitere Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin: «Der Klebstoff könnte bei der Behandlung von Schnittwunden die Nähte oder bei Knochenbrüchen Nägel und Schrauben ersetzen», sagt Klepal. Da der Klebstoff besonders widerstandsfähig, elastisch und komprimierbar ist, könnte er auch in Industrie und Technik, beispielsweise für Unterwasserkonstruktionen zum Einsatz kommen.

Während die Wissenschaftler in Wien den Körperbau der Krebse und die Zusammensetzung des Klebstoffs erforschen, untersuchen die Kooperationspartner am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung in Bremen und an der National University of Ireland die biochemischen Eigenschaften des Superklebers.

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