Chefredakteurin der polnischen NATIONAL GEOGRAPHIC

Artikel vom 21.04.2010

Es ist die Angst, die Martyna Wojciechowska überwinden wollte. So kam die Chefredakteurin der polnischen NATIONAL GEOGRAPHIC-Ausgabe zum Bergsteigen. "Ich wollte an mir selber arbeiten und effizienter, konzentrierter, letztlich auch gelassener werden", sagt die 36-Jährige. Jetzt krönte sie ihre sportliche Laufbahn mit einer besonderen Leistung: Innerhalb von sieben Jahren gelang es ihr, den jeweils höchsten Gipfel jedes Kontinents zu bezwingen und so Aufnahme in den exklusiven Seven Summits Club zu finden. Nicht dass sie sich vorher gelangweilt hätte: Wojciechowska ist eine begeisterte Taucherin und zudem mehrere Jahre lang Autorennen gefahren, unter anderem bei der legendären Rallye Paris–Dakar. Die neue Richtung schlug sie ein, nachdem sie 2003 auf den Mont Blanc geklettert war. "Seither ist das Bergsteigen für mich ein Gegenmittel zur Hektik und auch zum Konsum", sagt sie. Noch im selben Jahr bestieg sie den Kilimandscharo in Tansania, dann den Elbrus im Kaukasus, den Vinson in der Antarktis, den Everest im Himalaja, den McKinley in Alaska und den Aconcagua in den Anden, die Carstensz-Pyramide in Neuguinea. Bei der Tour auf den Elbrus war sie im dritten Monat schwanger. Doch am härtesten war die Besteigung des Everest. Im Büro hat Wojciechowska ein Foto von sich auf dem Gipfel. "Seit ich dort war, weiß ich, dass alles möglich ist", sagt sie. "Das Bild zeigt mir, dass wir im Alltag keine Probleme haben, sondern nur ein paar Herausforderungen, die wir bewältigen müssen."


(NG, Heft 5 / 2010, Seite(n) 10)
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