Die Geschichte Mexikos

Die mexikanische Antike

Bild: Evan Wilder, NG Vergrößern

Darstellung des Venuskalenders der Maya.

Eine wundersame Geschichte schlummert im Archiv der National Geographic Society in Washington: die „Antiquities of Mexico“ (etwa: „Die mexikanische Antike“), ein Werk des exzentrischen Iren Edward King alias Lord Kingsborough. Im frühen 19. Jahrhunderts versuchte er nachzuweisen, dass die Maya und Azteken, Olmeken und Tolteken Nachkommen der Verlorenen Stämme Israels seien und sichtete in europäischen Bibliotheken Manuskripte und Illustrationen aus der Zeit vor der Kolonisierung.

Dann ließ er den italienischen Künstler Agostino Agilo Kopien dieser Werke anfertigen – so auch vom „Dresden Kodex“, einer der vier erhaltenen Handschriften der Maya und wichtigsten Quelle, um deren Kalender zu entschlüsseln. Kingsboroughs Sammlung inspirierte viele Wissenschaftler, doch er selbst erlebte ihre Fertigstellung nicht mehr. Hochverschuldet durch den Hang seiner Familie, Schlösser zu bauen, wurde der Lord schließlich in den Kerker geworfen und starb bald darauf an Typhus. Sein Nachlass, eine voluminöse neunbändige Sammlung zur Geschichte Mexikos, wird seither wie ein Schatz gehütet.


(NG, Heft 11 / 2010)


  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus