Die sechs EOCA-Projekte 2012

Die Naturschutzorganisation EOCA besteht aus einer Gruppe von Herstellern und Einzelhändlern der europäischen Outdoor-Branche. Sie wurde gegründet, um Geld zu sammeln und unmittelbar in weltweite Naturschutzprojekte zu investieren. 2012, sechs Jahre nach ihrer Gründung, will die EOCA die erste Million Euro für den Naturschutz aufbringen. Die von der Organisation gesammelten Spenden fließen zu 100 Prozent in die Naturschutzprojekte, die ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit auswählen. Für 2012 stehen unter anderem diese sechs Projekte bei der EOCA in der engeren Wahl.

Als NATIONAL GEOGRAPHIC-Leser können auch Sie eines davon auswählen!

1. Schwarze Nashörner, Global Nature Fund, Südafrika (nominiert von Vaude)

Nashörner

Bild: Global Nature Fund Vergrößern

Schwarze und Weiße Nashörner sind für Ökosysteme und Ökonomie in Afrika von größter Bedeutung, sie sind aber auch stark durch Wilderei gefährdet. Die Zahl der Nashörner, die in Südafrika wegen ihres Horns getötet wurden, hat sich 2010 im Vergleich zu 2009 fast verdreifacht. Statt nur die Zahl der Wildhüter zu erhöhen, wird hier ein ganzheitlicher Ansatz vorgestellt: Im Wildschutzgebiet der Gemeinde Somkhanda sollen alle Nashörner mit GPS-Sendern, die in das Horn eingepflanzt werden, überwacht werden, damit die Parkwächter bei ungewöhnlichen Vorkommnissen sofort reagieren können. Auch Aufklärung, Schutz von Lebensräumen und eine nachhaltige Entwicklung des Ökotourismus sind Teil des Projekts. Wenn es gelingt, kann es in anderen Regionen Afrikas als Vorbild dienen.
EOCA-Partner: Global Nature Fund

2. Schutz von Chapmans Zwergamazone, World Land Trust, Kolumbien (nominert von Nikwax)

Papagei

Bild: Fundación ProAves Vergrößern

Chapmans Zwergamazone, manchmal auch Fuertespapagei genannt, galt als ausgestorben. 2002 wurde die Spezies wiederentdeckt. Die Vögel leben ausschließlich in zwei kleinen Regionen der Gebirgsnebelwälder in Zentralkolumbien. Zu ihrem Schutz wurde das 146 Hektar große Naturschutzgebiet Gile-Fuertes eingerichtet, und man kümmerte sich um den Verlust bedrohter Lebensräume in Kolumbien. Jetzt möchte der Eigentümer des unmittelbar an das Schutzgebiet angrenzendes Landes seine verbliebenen 147 Hektar verkaufen. Es ist dringend notwendig, diese Flächen anzukaufen, denn in der Region wurde Gold gefunden, und Bergbauunternehmen sind ebenfalls an einem Erwerb interessiert. Wenn ProAves die Flächen ankauft, werden sie sofort zu Schutzgebieten erklärt. Man wird einen Naturschutz-Bewirtschaftungsplan aufstellen und Wanderwege in dem Gebiet ausbauen, um den Ökotourismus zu fördern. Auch Kartierungs-, Aufforstungs- und Rekultivierungsarbeiten sind geplant.
EOCA-Partner: www.worldlandtrust.org

3. Schutz des Kleinen Pandas, WWF Indien (nominiert von Fusion Clothing)

Kleiner Pandabär

Bild: Anil Cherukupalli Vergrößern

Der Kleine Panda kommt in vier indischen Bundesstaaten vor. Die Hauptursachen für den Rückgang der Bestände sind die Lebensraumzerstörung durch Ölförderung und Landwirtschaft sowie die Tötung durch verwilderte Hunde und Jagd. Möglicherweise wird die Spezies aussterben. Es besteht ein dringender Bedarf für Forschungsarbeiten und Überwachung, damit gezieltere Schutzmaßnahmen möglich werden: Sicherung und Erhaltung von Lebensräumen, Bewertung der derzeitigen Bedrohung (einschließlich der Planungen für eine neue Autobahn), Lobbyarbeit bei der Regierung, Bewusstseinsbildung bei der örtlichen Bevölkerung, Verwaltungsmaßnahmen zum Schutz des Kleinen Pandas und Auswilderungsprogramme.
EOCA-Partner: www.wwfindia.org

4. Schutz der Balkan-Gemse, Bulgarian Biodiversity Foundation (nominiert von Deuter)

Gemse

Bild: Stefan Avramov/ Bulgarian Biodiversity Foundation Vergrößern

Die Balkan-Gemse lebt nur auf der Balkanhalbinsel, wo sie für die Ökosysteme eine wichtige Rolle spielt. Sie sorgt als Grasfresser für den Erhalt offener Graslandschaften und schafft so einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Schmetterlinge, Ziesel und Raubvögel. Sie ist aber eine leichte Beute für Wilderer, und der Bestand ist drastisch geschrumpft. Ziel des Projekts ist es, den Schutz der Gemsen erheblich zu verbessern. Dazu soll die Wilderei zurückgedrängt werden, und man will in den Nationalparks Rila und Zentralbalkan den Naturtourismus fördern.
EOCA-Partner: www.bbf.biodiversity.bg

5. Schutz der irischen Torfmoore, Friends of the Irish Environment (nominiert von Pebble International)

Irland Torf

Bild: Friends of the Irish Environment Vergrößern

Die irischen Hoch- und Deckenmoore sind die letzten unberührten Wildgebiete des Landes, aber ihre Zerstörung schreitet schnell voran, weil Torf im häuslichen und industriellen Maßstab als Brennstoff gewonnen wird und auch im Gartenbau Verwendung findet. Über 99 Prozent der ursprünglichen Moorflächen sind bereits verloren, und der Verlust der verbliebenen Moore setzt sich trotz strenger Abbaubeschränkungen fort. Das Projekt (das sehr dringlich ist und auch ohne Förderung durch die EOCA – dann allerdings in wesentlich kleinerem Maßstab – vorangetrieben würde) hat das Ziel, dass der Torfabbau in den Mooren eingestellt wird. Dazu will man genaue Informationen an die EU liefern, denn diese ist bereit, bei Unterlassung juristische Maßnahmen gegen die irische Regierung zu ergreifen. Weitere Ziele sind Aufklärungskampagnen und die Lieferung umweltpolitischer Informationen an das Peatlands Council, das sich für einen National Peatlands Park einsetzt.
EOCA-Partner: www.friendsoftheirishenvironment.org

6. Schutz großer Raubtiere, Hnuti Duha Olomuc, Westkarpaten (nominiert von Rock Point)

Luchs

Bild: Karel Broz Vergrößern

Schutz der Bestände großer Raubtiere (Wölfe, Luchse, Bären) in den Gebirgsregionen der tschechisch-slowakischen Grenze. Im Rahmen des Projekts sollen bessere Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander von Menschen und wilden Raubtieren geschaffen werden. Dazu gehören vorbeugende Maßnahmen wie der Bau von Elektrozäunen um Schafgehege, bärensichere Müllbehälter und die Überwachung der Bestände, aber auch Wachsamkeit gegenüber illegaler Jagd und Fallenstellern sowie der langfristige Schutz von Wanderungskorridoren zwischen den Großsäugerpopulationen durch Ankauf von Landflächen, Aufforstung, Aufklärung und die Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung.
EOCA-Partner: www.hnutiduha.cz/olomouc

WÄHLEN SIE IHR NATURSCHUTZPROJEKT!

Was ist Ihr Favorit? Welches Projekt verdient Ihrer Ansicht nach am ehesten eine Förderung? NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND ruft seine Leser dazu auf, über die sechs vorgestellten Umweltinitiativen abzustimmen. Vom 24. Februar bis 1. April 2012 können Sie an dieser Stelle Ihr Votum abgeben. Das Projekt mit den meisten Stimmen wird dann von der European Outdoor Conservation Association (EOCA) eine finanzielle Unterstützung für das Jahr 2012 erhalten. Der Sieger wird im Rahmen der Messe "OutDoor" Mitte Juli in Friedrichshafen bekannt gegeben. Und auch auf unserer Website werden wir Sie über den Ausgang der Abstimmung informieren.

Mehr über die EOCA und die von ihr finanzierten Naturschutzprojekte finden Sie unter www.outdoorconservation.eu.


Die „Surfrider Foundation Europe“ hat mit ihrem Projekt „Plastiktüten verbannen“ die User überzeugt. 7500 haben auf der website von NATIONAL GEOGRAPHIC über die besten Aktionen zum Schutz der Natur und Umwelt abgestimmt. Die Sieger freuen sich über die Unterstützung der EOCA. mehr...

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