Die Suche nach Adam und Eva

Globales Genomprojekt

Bild: NGM MAPS Vergrößern

Im Libanon überschnitten sich viele Wege der Geschichte und prägten so die genetischen Codes der Menschen. Wie die Untersuchung der DNA von 926 Männern jetzt ergab, haben viele von ihnen auch europäische Vorfahren.

Viele von uns können den Stammbaum ihrer Familie einige Generationen zurückverfolgen. Aber wie wäre es, 60 000 Jahre in die Vergangenheit zu schauen? Zu sehen, aus welchem Teil der Welt die Ahnen der eigenen Ahnen kamen? Zusammen mit dem Informationstechnologie-Unternehmen IBM und der Waitt Family Foundation, einer amerikanischen Stiftung, unterstützt die National Geographic Society den Genetiker Spencer Wells von der Harvard-Universität dabei, den Stammbaum des Homo sapiens neu zu zeichnen und seine Ausbreitung über die Erde zu verfolgen (siehe Karte). Über die Arbeit von Wells berichtete NATIONAL GEOGRAPHIC in den Beiträgen Wer waren die Phönizier? und Aus Afrika in die Welt.

Bis zum Jahr 2011 sollen weltweit mehr als 100 000 Genproben gesammelt werden: von Volksgruppen und Völkern wie den Inuit, Tibetern und Massai ebenso wie von amerikanischen Farmern und von allen Interessierten weltweit, die eine Genprobe von sich einsenden. Der Wert der Datenbank misst sich an der Anzahl des gesammelten genetischen Materials. Jede Probe vervollständigt den Stammbaum und fügt dem Netz von Pfaden, das sich im Laufe der Ausbreitungsgeschichte des Homo sapiens immer weitläufiger um den Globus spannte, eine weitere Spur hinzu.

Bis heute haben die Forscher um Spencer Wells weltweit schon fast 35 000 Blutproben gesammelt. Im Libanon spiegeln die genetischen Signaturen von 926 Männern die wechselvolle Geschichte dieses Landes wider. Die Wissenschaftler fanden Ähnlichkeiten mit der DNA von Menschen von der Arabischen Halbinsel, aber auch mit der von Deutschen, Franzosen, Italienern und Engländern – eine Folge der Kreuzzüge vor bald 1000 Jahren. Keine entsprechenden Hinweise gab es hingegen auf die osmanische Zeit. 

Jeder, der an der Teilnahme dieses einmaligen Forschungsprojektes interessiert ist, kann das erforderliche Testset gegen eine Gebühr von 99,95 Dollar (plus Steuern und Versand) anfordern; in manchen Fällen sind zudem bis zu etwa 40 Euro Zollgebühren zu zahlen. Die Bestellung ist ausschließlich über das Internet möglich unter:

www.nationalgeographic.com/genographic

Mit Ihrer Teilnahme und Ihrem finanziellen Beitrag unterstützen Sie die aktuelle Forschungsarbeit sowie Bildungsprogramme und Projekte zum Schutz der Kultur indigener Gemeinschaften. Über ein individuelles Passwort erhalten Sie Zugang zu Ihren persönlichen Testergebnissen (Zertifikat, Karte mit Migrationsrouten der Urahnen, Erläuterung) und zu Hintergrundinformationen.



Extras

Das globale Genomprojekt
GENOGRAPHIC ist ein Gemeinschaftsprojekt von NATIONAL GEOGRAPHIC, IBM und The Waitt Family Foundation.

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