Bild: Nationalpark Gorongosa Vergrößern
"Meine Aufgabe ist beendet, wenn die Artenvielfalt des Nationalparks erneuert ist und die Einnahmen aus dem Tourismus den Einheimischen zugutekommen", sagt Gregory Carr, hier mit einem Chamäleon auf dem Arm.
Gregory Carr, der Gründer der Firma Boston Technology, machte vor der Jahrtausendwende ein Vermögen mit Informationstechnik. 1998 zog er sich von allen Managementfunktionen zurück. Mit der Gregory C. Carr Foundation fördert er seither Projekte zugunsten von Mensch und Natur. Im Nationalpark Gorongosa in Mosambik will er 40 Millionen Dollar in die nachhaltige Entwicklung der Dörfer sowie in die Wiederansiedlung von Nashörnern, Löwen und Flusspferden investieren. Nach einem langjährigen Bürgerkrieg war die Tierwelt dort beinahe ausgerottet.
Wieso kümmert sich ein amerikanischer Millionär um einen heruntergekommenen Nationalpark im tiefsten Afrika?
In den neunziger Jahren war ich Mitbegründer eines Unternehmens namens Africa Online, das in vielen afrikanischen Ländern aktiv war. Eines Tages traf ich in New York den Botschafter von Mosambik, und er lud mich ein, sein Land zu besuchen. 2002 konnte ich das endlich ermöglichen – und die Schönheit des Nationalparks Gorongosa verschlug mir den Atem. Wo Kenia liegt, Tansania oder Südafrika, das wissen viele Europäer und Nordamerikaner. Aber Mosambik? Ich suchte zu der Zeit nach einem guten Projekt, das Umweltschutz und humanitäre Entwicklungshilfe unter einen Hut bringt. Gorongosa bot dafür eine hervorragende Möglichkeit: Vor 40 Jahren war dies einer der bekanntesten und artenreichsten Parks in Afrika; durch den Bürgerkrieg in den Jahren 1976 bis 1992 wurde er weitgehend verwüstet. Die Region ist heute eine der ärmsten Gegenden der Welt.
Was wollen Sie mit Ihrem Einsatz erreichen: den Schutz der Natur oder bessere Lebensumstände für die Menschen dort?
Wer die Natur schützen will, muss auch den Menschen helfen, die dort leben. Wenn Ihnen das nicht gelingt, können Sie die Probleme nicht lösen. Andererseits haben die Entwicklungshelfer begriffen, dass sie den Menschen nicht helfen können, wenn sie gleichzeitig die Umwelt zerstören. Deshalb ist es so wichtig, dass Naturschutz und Entwicklungshilfe zusammenarbeiten. Ich möchte auf beiden Seiten aktiv sein, denn um das Ökosystem im Park zu sanieren, muss ich auch etwas für die 250000 Menschen tun, die in seinem Umkreis leben.
Die Siedlungen innerhalb des Parks machen keine Probleme?
Sie sind kleiner und relativ jung. Wahrscheinlich hat der Bürgerkrieg die Menschen dorthin verschlagen. In den meisten Fällen leben sie dicht an den Grenzen des Parks. Wir können sie vielleicht überzeugen, ihre Siedlungen zu verlegen. Dazu müssen wir die Lebensbedingungen in den Randgebieten verbessern: Schulen, Elektrizität, Gesundheitsversorgung. Und wir müssen die Voraussetzungen für bessere Ernten schaffen. Es wird eine Weile dauern, aber das ist es wert. Auch der Ökotourismus kann nützlich sein: Wenn wir den Tourismus im Park fördern, schaffen wir Arbeitsplätze. Natürlich ist das nicht genug. Die meisten Anwohner leben vom Ackerbau. Wir müssen unser Wissen einsetzen, um die Ernten zu verbessern. Eine nachhaltige Landwirtschaft hilft den -Menschen, der angemessene Verbrauch von Wasser und der Erhalt der Wälder wirken sich positiv auf die ganze Natur aus.
Das Engagement des Philanthropen und die Wiederansiedlung von Wildtieren im Gorongosa-Park ist auch das Thema eines preisgekrönten Films, der in der Version „NATIONAL GEOGRAPHIC mit DVD“ im Handel oder im Abonnement erhältlich ist. Den Trailer zur Dokumentation können Sie sich hier anschauen:
DVD-Tipp: Magisches Afrika
Erleben Sie mit der 4er-DVD-Box Magisches Afrika spannende Dokumentationen aus der NATIONAL GEOGRAPHIC-Film-Bibliothek, die die faszinierende Natur Afrikas und eindrucksvolle Bilder des magischen Kontinents zeigen. mehr...
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