Im Land der Pinguine

Stefano Unterthiner

Bild: Stéphanie Unterthiner Vergrößern

Naturfotograf Stefano Unterthiner inmitten der Pinguine

Es stank durchdringend nach Kot, es war windig und nass. Fünf Monate mit Zehntausenden Pinguinen auf einer abgelegenen Inselgruppe im Indischen Ozean zu verbringen klingt wie eine Strafe – aber für den italienischen Fotografen Stefano Unterthiner war dies die Erfüllung eines Traums. Als Kind hatte er einen Film über das Crozetarchipel gesehen und beschlossen, irgendwann dorthin zu reisen. Nach seiner Promotion in Zoologie begann er seine Karriere als Naturfotograf. Im Dezember 2006 bekam er dann endlich seine Chance, als NATIONAL GEOGRAPHIC ihn auf die Crozetinseln schickte, um das Leben der Königspinguine zu dokumentieren.

Mit 25000 Aufnahmen im Gepäck kehrte er zurück – Material für unsere Reportage Jeder Vogel ein König und für ein Buch. „Die Kraft von Unterthiners Bildern muss uns einfach berühren“, schreibt darin Jean-Philippe Palasi von der Weltnaturschutzunion (IUCN). „Wir lesen immer wieder Statistiken über den Klimawandel. Doch wenn wir den Mut und die Schönheit von Tieren wie dem Königspinguin beobachten und darüber nachdenken, dass ein Millionen Jahre alter Kreislauf vielleicht bald brutal ein Ende findet, dann ist das etwas anderes.“ Der Instinkt dieses Vogels konzentriere sich auf den Beutefang und das Wiederfinden des Kükens. Das zu bewältigen sei das Einzige, was zähle – und dafür sei er perfekt an seine Umwelt angepasst. Fast ein halbes Jahr fotografierte Unterthiner diese Pinguine. Sein Fazit: „Ich habe nie aufgehört, mich zu wundern.“



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