Kenner der Dolomiten: Georg Tappeiner

Artikel vom 08.02.2010
Jakob Tappeiner

Bild: Jakob Tappeiner Vergrößern

Großes Vorbild: Georg Tappeiners Vater, der Luftbildfotograf ­Jakob Tappeiner.

Georg Tappeiner erinnert sich noch genau an die Nacht, als ihm das Foto der Pala di San Martino gelang. "Es war saukalt, aber eine Sternschnuppe nach der anderen raste über den Himmel. So hell, als würde man ein Streichholz entzünden." Solche Freude über die Natur seiner Heimat ist für den 45-Jährigen aus Meran noch neu. Zwar kennt sein Vater, der Luftbildfotograf Jakob Tappeiner, die Dolomiten von oben mindestens so gut wie Gott im Himmel. Aber den Filius zog es in die Werbung, erst nach London, dann nach Mailand.

Eines Tages sollte er auf Passstraßen Autos in Szene setzen. Es war um die Zeit, als die Dolomiten ins Gespräch kamen, Weltnaturerbe zu werden. Tappeiner nahm Urlaub, wanderte von Hütte zu Hütte – und war so begeistert, dass er seither immer wieder zurückkehrt. Tagelang ist er mit seiner Hasselblad unterwegs, meistens zu Fuß, sucht Perspektiven, wartet auf das beste Licht. "Die Stimmungen der Landschaft zu zeigen gibt mir viel mehr als die Werbefotografie", sagt er. Und was ist sein liebstes Foto? "Jedes einzelne. Wenn ich ein Bild mache, kann ich mich richtig reinsteigern. Ich lasse dann alles hinter mir."


(NG, Heft 3 / 2010, Seite(n) 8)
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