Die Ozeane sind unsere Lebensgrundlage, doch Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel schädigen sie zunehmend. Zusammen mit der Waitt Family Foundation, der Deep Search Foundation und anderen Partnern hat die National Geographic Society deshalb eine neue weltweite Initiative gestartet: „Mission Blue“. Ziel ist es, die Gesundheit und Produktivität der Meere wiederherzustellen. Die Forscher wollen unter anderem darauf hinwirken, dass neue Schutzgebiete ausgewiesen werden und die Fischerei eingeschränkt wird.
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„Wir müssen die Menschen zum Handeln bewegen“, sagt der Biologe Enric Sala, der die Initiative zusammen mit Sylvia Earle, der Grande Dame der Meeresforschung, begründete. Earle wuchs am Golf von Mexiko auf und beobachtet dort die Zerstörung der Natur. „Mitte der fünfziger Jahre waren die Seekühe schon selten geworden, seit Ende des vergangenen Jahrhunderts sind bereits 90 Prozent der Haie und Thunfische verschwunden. Wo sich einst Marschen und Mangroven erstreckten, sind heute Einkaufszentren und Yachthäfen.“
Earle und Sala unternahmen jüngst mehrere Expeditionen vor allem in den Pazifik. Ein Ziel war das zu den Nördlichen Linieninseln gehörende Kingman-Riff. Was sie vorfanden, überraschte alle. „Während wir abtauchten, bemerkten wir etwas, das aus der Ferne wie Mückenschwärme aussah“, berichtet Sala. „Es waren Füsiliere, barschartige Fische: blaue, gelbe, schwarze und silbrige. Dann kamen Haie, erst fünf, dann zehn, schließlich 25.“ Mithilfe der gewonnenen Daten wollen die Forscher zunächst modellhaft zeigen, was gesunde Korallenriffe auszeichnet. Dann sollen der Einfluss des Menschen dargestellt und Entwürfe für Schutzmaßnahmen entwickelt werden.
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