Mittwoch, 28. Oktober

Autor: Kerstin Dörner  —  Bilder: Bild: Mike Horn SARL/Photo: Dmitri Sharomov

Seit dem 23. Oktober ist Kerstin Dörner unterwegs: Gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt begleitet die 18-jährige Schülerin den Abenteurer Mike Horn. Seit einem Jahr befindet sich der Naturschützer auf einer Expedition rund um den Erdball. Bis 2012 will er mit seiner Segelyacht "Pangaea" insgesamt 100000 Kilometer zurücklegen. Exklusiv bei uns berichtet Kerstin über ihre Erlebnisse.

Kerstin im Trainingscamp

Bild: Mike Horn SARL/Photo: Dmitri Sharomov Vergrößern

Seit dem 23. Oktober ist Kerstin in Indonesien auf Segeltour.

Aus dem Bett springen, Segel setzen und auf nach Sipadan. Die Marine Protected Area erlaubt nur 120 Taucher pro Tag. Große Boote dürfen hier nicht ankern, an der Insel, die wie ein Turm heraufragt, an allen Seiten von steil abfallenden Wänden begrenzt. Es geht hinab auf 600 bis 1200 Meter. Auch die Pangaea treibt über dem Abgrund und wir üben uns im Bestimmen der Fische. Wenn wir unsere Daten der Riffuntersuchungen in die internationale Datenbank eintragen wollen, dann müssen wir wissenschaftlich arbeiten können. Dazu müssen wir vor allem die Fische, Korallen, Weichtiere und andere Lebewesen des Riffs genau und exakt bestimmen können.

Das war auch unser Ziel unter Wasser. Mit wasserfesten Bestimmungsbüchern machten wir uns auf den Weg in 30 Meter Tiefe zum Barrakuda Point. Von den hier häufig auftauchenden Barrakudas, die oft in Schulen im Kreis schwimmen, sahen wir kaum etwas. Ein einziger ließ sich blicken. Dafür einige Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie. Ich wusste, dass ich hier höchst wahrscheinlich Haie sehen werde, und hatte auch etwas Angst. Die Angst war jedoch unberechtigt. Haie sind faszinierende Tiere, die elegant durch das Wasser gleiten. Ich hoffe noch mehr Haie zu sehen. Unser Tauchlehrer meinte, dass “unsere" Haie Kuschelhaie gewesen seien. Jedes Jahr werden 200 Millionen Haie getötet. Meist wegen ihrer Flossen, diese gelten in China als traditionelle Delikatesse. Beim “shark finning” werden den Haien nur die Schwanzflossen abgeschnitten, danach wirft man sie wieder ins Wasser. Sie verenden elendig. Dabei ist die Flosse nur 4% des ganzen Tiers. Schrecklich, so werden wir bald diese fasziniernde Spezies ausgerottet haben!

Pangaea

Bild: Mike Horn SARL/Photo: Dmitri Sharomov Vergrößern

Das Forschungsschiff "Pangaea" segelte durch die Inselwelt Indonesiens.

Auch an gut geschützten Orten trifft man Zerstörung. Man sieht noch immer die Spuren, wo vor 20 Jahren Anker Korallen vom Riff rissen. Es gibt auch einige ausgebleichte und von Algen überwachsene Korallen. Zum Glück trifft man hier nur an wenigen Stellen auf so etwas. Das sollte wirklich so bleiben.



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