Seit dem 23. Oktober ist Kerstin Dörner unterwegs: Gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt begleitet die 18-jährige Schülerin den Abenteurer Mike Horn. Seit einem Jahr befindet sich der Naturschützer auf einer Expedition rund um den Erdball. Bis 2012 will er mit seiner Segelyacht "Pangaea" insgesamt 100000 Kilometer zurücklegen. Exklusiv bei uns berichtet Kerstin über ihre Erlebnisse.
Bild: Mike Horn SARL/Photo: Dmitri Sharomov Vergrößern
Seit dem 23. Oktober ist Kerstin in Indonesien auf Segeltour.
Müsli auf Deck bei Sonnenaufgang. Gut eincremen, die Sonne brennt unbeirrbar vom Himmel. Die Dämmerung ist hier 4 Grad nördlich des Äquators nahezu nicht vorhanden. Die Sonne taucht schnell am Horizont auf und plötzlich ist es taghell.
Wir ankerten an einer Boje, da der Schiffsanker das Riff zerstören würde. Mike, Martin und unser Tauchlehrer Christian erkundeten die Gegend, da wir als Anfänger zunächst Strömungen vermeiden müssen. Sipadan und die umliegenden Inseln gehören gerade wegen der Strömungen zu den besten Tauchplätzen der Welt.
Bald war es soweit: der erste Tauchgang. Mit einem lokalen Guide und Christian erkundeten wir unser erstes Riff. Es ist fantastisch, die fragile, vielfältige Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen und Korallen, Fische, Schnecken, Schildkröten zu entdecken. Die Artenvielfalt ist hier zehnmal höher als in der Karibik. Dort gibt es 75 Hartkorallenarten, hier ungefähr 700. Es war erst mein 7. Tauchgang. Das Korallenriff war vollständig in Takt, keine Algen, nur eine einzige ausgebleichte Koralle. Von 21 Metern Tiefe aus erkundeten wir langsam aufsteigend das Riff. Wir sahen viel, viel zu viel, um alles aufnehmen zu können. Beeindruckend. Wir sahen drei Schildkroeten. Zwei beim Fressen und eine beim Schwimmen im Blauwasser. Auf unserem Tauchgang begleitete uns der malayische Vizeminister für Tourismus. Mit ihm diskutierten wir danach über Umwelt und Umweltschutz in Malaysia. Es scheint relativ viel getan zu werden. Am wichtigsten und notwendigsten ist die Bildung der Einheimischen und die Erziehung der Kinder. Dynamid bzw. Cyanidfischerei zerstören die Riffe, dadurch nehmen sich die Fischer im Grunde selbst die Lebensgrundlage. Die Riffe sind essentiell für das Ökosystem der Celebessee, werden sie zerstört, fehlt die Grundlage der Nahrungskette.
Bild: Mike Horn SARL/Photo: Dmitri Sharomov Vergrößern
Das Forschungsschiff "Pangaea" segelte durch die Inselwelt Indonesiens.
Nach dem Mittagessem lernten wir von Roswitha die Bestimmung einiger Indikatorfische, die wir im Reef Check erkennen müssen.
Unser zweiter Tauchgang führte uns zu einem künstlichen Riff, das für ein Hotel gebaut wurde. Dort sahen wir große Fische, die sich im Schatten der Konstruktion versteckten. Das ursprüngliche Riff befindet sich nicht im besten Zustand. Es ist von Algen überwachsen und viele Korallen sind schon abgestorben.
Alle waren so erschöpft vom ersten ganzen Tag an Bord, dass wir beschlossen, den Nachttauchgang auf morgen zu verschieben. Dennoch kamen wir nicht früher ins Bett. Wir trafen uns im Konferenzraum, um über das Programm zu diskutieren. Um Mitternacht fielen wir in unsere Kojen. Trotz der Hitze schliefen wir sofort ein.
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