Seit ihrer Gründung 2006 hat die EOCA gut 640.000 Euro an Partnerorganisationen vergeben. Mit diesem Geld wurden Wanderwege in Schottland und Nepal sowie durch einen grenzübergreifenden Nationalpark in Albanien und Mazedonien gebaut, Wälder in Schweden vor der Rodung bewahrt. Zuschüsse gingen an Projekte zur Müllbeseitigung in den Bergen von Kirgisistan, zum Schutz von Feuchtgebieten in Irland, zur Ansiedlung von Braunbären in Spanien und zur Einrichtung von Korridoren für Elefanten in Indien. Bis zu 30000 Euro kann eine Umweltschutzorganisation pro Jahr erhalten. Für 2011 stehen unter anderem diese sechs Projekte bei der EOCA in der engeren Wahl. Als NATIONAL GEOGRAPHIC-Leser können auch Sie eines davon auswählen.
1. Südafrika: Nashörner beobachten
Bild: Global Nature Fund Vergrößern
Das Somkhanda Game Reserve im Staat KwaZulu-Natal ist ein Pionierprojekt. Auf 16000 Hektar leben derzeit, geschützt vor Wilderern, 14 Spitz- und zwölf Breitmaulnashörner. Es ist eines der letzten Reservate vor allem für das Spitzmaulnashorn, von dem es weltweit nur noch 2400 Exemplare gibt. Das Gebiet ist im Besitz der Gumbi, einer zu den Zulu gehörenden Volksgruppe. Sie werden darin ausgebildet, die Routen der Tiere mit Telemetrie und GPS zu erfassen. Diese Daten werden in Computer für ein Überwachungssystem eingespeist. So hofft man, dass die Zahl der Tiere wieder wachsen wird. Ein Managementplan sieht einen naturnahen, sanften Öko-Tourismus mit Wanderwegen und Buschcamps vor – er soll zu einer dauerhaften Einkommensquelle für die örtliche Bevölkerung werden.
EOCA-Partner: Global Nature Fund, globalnature.org
2. Island: Thermalquellen erschließen
Bild: Sigmundur Einarsson Vergrößern
Ständig rumort es in der Erde, wo die tektonischen Platten Eurasiens und Amerikas zusammenstoßen – fast jedes Jahr machen Vulkanausbrüche auf Island Schlagzeilen. Dennoch soll die Anzahl der Touristen in den nächsten drei Jahren auf eine Million pro Jahr gesteigert werden, das wären dreimal mehr, als die Insel Einwohner hat. Der isländische Umwelt-Dachverband Landvernd, in dem rund 45 Gruppen zusammengefasst sind, will diese Entwicklung so steuern, dass sie naturverträglich bleibt. Die heißen Quellen des Landes, als Badeplätze eine der Hauptattraktionen für Besucher, sollen als einmalige Biotope für Mikroorganismen erhalten bleiben. In Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern und Tourismusbehörden werden Besichtigungsrouten und Verhaltensregeln festgelegt, in speziellen Kursen soll das dafür nötige Personal geschult werden.
EOCA-Partner: Landvernd, landvernd.is
3. Balearen: Unterwasserwelt erforschen
Bild: Oceana Vergrößern
Rund um die beliebten spanischen Ferieninseln Mallorca und Menorca, Ibiza und Formentera gibt es viele Delfine und Pilotwale, Schwertfische und Blauflossen-Thunfische. Dazu noch fleischfressende Schwämme und schwimmende Seegurken, Seefächer und schwarze Korallen, die bis zu 2300 Jahre alt werden können. Mithilfe von kabelgeführten Tauchrobotern wird dieser ungeheure Reichtum in bis zu 1000 Meter Tiefe erkundet, fotografiert und gefilmt.
EOCA-Partner: Oceana, oceana.org
4. Kenia: Grassteppenvögel schützen
Bild: C. Moore Vergrößern
Das 60 Kilometer lange, fast 3000 Meter hoch gelegene Kinangop-Plateau mutet eher nordeuropäisch als afrikanisch an. Das raue, feuchtkühle Klima hat Hochwälder und Hochmoore entstehen lassen – ein ideales Habitat für seltene Vogelarten wie den Zitronenpieper. Zudem überwintern hier Millionen Zugvögel aus Europa. Kenias starkes Bevölkerungswachstum hat jedoch zur Folge, dass immer mehr Büschelgrasgebiete landwirtschaftlich genutzt werden. Zu stoppen ist die Entwicklung vielerorts nur durch den Ankauf von Flächen – mit dem Ziel, sie der rein wirtschaftlichen Nutzung zu entziehen.
EOCA-Partner: World Land Trust, worldlandtrust.org
5. Europa: Plastiktüten verbannen
Bild: Gabriel Gelin Vergrößern
Jedes Jahr gelangen weltweit schätzungsweise 500 Milliarden Plastiktüten in Umlauf. Die meisten von ihnen werden nur kurz benutzt – danach verschandeln sie oft auf besonders hässliche Weise die Landschaft und verdrecken die Meere. 40.000 Freiwillige haben vergangenes Jahr in vielen europäischen Ländern Flussufer und Strände von dieser Art Müll gereinigt. Nun sollen Sticker an den Kassen von Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften angebracht werden, um Kunden davon abzuhalten, ihre gekauften Waren in Plastiktüten nach Hause zu bringen.
EOCA-Partner: Surfrider Foundation Europe, surfrider.eu
6. Ecuador: Regenwald aufforsten
Bild: Oxfam Italia Vergrößern
Holzfäller haben dem 200000 Hektar großen Öko-Reservat Cotacachi-Cayapas, das von Regenwäldern an der Pazifikküste bis hoch zu Andengipfeln reicht, in der Vergangenheit große Wunden zugefügt. Hier leben viele seltene Tierarten, etwa Frösche. 26 Dörfer, drei städtische und drei ländliche Schulen wollen sich nun für eine Baumschule engagieren, um 90 Hektar Fläche mit 80000 einheimischen Pflanzen wieder aufzuforsten. Auf diese Weise soll auch die Wasserversorgung von 5300 Familien sichergestellt werden.
EOCA-Partner: Oxfam Italien, oxfamitalia.org
WÄHLEN SIE IHR NATURSCHUTZPROJEKT!
Was ist Ihr Favorit? Welches Projekt verdient Ihrer Ansicht nach am ehesten eine Förderung? NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND ruft seine Leser dazu auf, über die sechs vorgestellten Umweltinitiativen abzustimmen. Bis zum 20. April können Sie an dieser Stelle Ihr Votum abgeben. Das Projekt mit den meisten Stimmen wird dann von der European Outdoor Conservation Association (EOCA) eine finanzielle Unterstützung für das Jahr 2011 erhalten. Der Sieger wird im Rahmen der Messe "OutDoor" Mitte Juli in Friedrichshafen bekannt gegeben. Und auch auf unserer Website werden wir Sie über den Ausgang der Abstimmung informieren.
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