So fotografieren Sie Ihr Haustier

Artikel vom 01.03.2017  —  Autor: Regine Heuser  —  Quelle: NeoAvantgarde  —  Bilder: Regine Heuser
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Regine Heuser ist eine der bekanntesten Tierfotografinnen Deutschlands - sie gibt praktische Umsetzungstipps für jede Kamera, erklärt wie man Hund und Katze optimal ablichtet und informiert, wie man ein tierisches Shooting am besten gestaltet.

Tiere mit dem Smartphone fotografieren
Wer keine Kamera besitzt, kann auch mit einem Smartphone Bilder schießen. Aufnahmen mit dem Handy werden immer beliebter, auch die Qualität der Smartphonekameras nimmt zu. Dennoch ist das Fotografieren mit einem Smartphone so eine Sache und natürlich ersetzt eine Handykamera keine richtige System- oder Spiegelreflexkamera.

Trotzdem darf in der Tierfotografie auch das Smartphone zum Einsatz kommen. Es gibt einfach Situationen in denen man sein Smartphone schneller zur Hand hat, um seinen Liebling in einer außergewöhnlichen Situation zu fotografieren. Für gelungene Schnappschüsse kann die Handykamera ein guter Ersatz sein. Auch hier gilt: Man verbessert die Ergebnisse, indem man auf den Hintergrund und die Perspektive achtet.

Man sollte möglichst einen harmonischen Hintergrund suchen, wenn man die Katze im eigenen Garten fotografieren möchte. Eventuell stören Gartenmöbel, Deko-Artikel, ein Teil des Hauses oder der Gartenzaun.

Bei der Smartphone-Fotografie hat man keinen Einfluss auf die Wahl der Blende, die Verschlusszeit und die Brennweite. Zwar besteht die Möglichkeit, damit ein Motiv „heranzuzoomen“, aber je größer der Zoomfaktor desto schlechter und unschärfer wird das Bild. Daher gilt: Statt zu zoomen, muss man mit dem Smartphone näher an das Tier herantreten.

Mit einer System- oder Spiegelreflexkamera kann man sehr schön über die manuellen Einstellungen der Blende und der Brennweite mit dem Schärfebereich spielen. Diese Freistellung gelingt mit einem Smartphone in dieser Form nicht so gut. Vorteil eines Smartphones ist jedoch das Arbeiten mit bestimmten Filtern, die man mithilfe verschiedener Apps nutzen kann. Während das Einstellen des gewünschten Filters nur eine kurze Zeit in Anspruch nimmt, können manche Effekte bei einer Kamera oft nur im Nachhinein genutzt werden. Dafür sind meist auch Bildbearbeitungsprogramme notwendig.

Außerdem hat man ein Smartphone stets parat, um einen spontanen Moment einzufangen, zum Beispiel für ein Selfie mit sich und seinem Stubentiger.

Zum Umgang mit Tieren vor der Kamera
Der richtige Umgang mit den Tieren ist bei einem Shooting sehr wichtig. Grundsätzlich gilt, dass die Tiere nie zu etwas gezwungen werden dürfen. Man sollte dagegen Geduld und in erster Linie viel Verständnis für das Tier zeigen.

Tipps für ein Hundeshooting:

  • Hunde sollten ausgeruht zum Shooting kommen.
  • Hunde sollten nicht sehr stark hecheln.
  • Achten Sie auch auf die Temperaturen, es sollte nicht zu warm sein.
  • Im Fokus: Die Ohren sind vorne, der Gesichtsausdruck ist interessiert und lebhaft.
  • Lieblingsspielsachen, Leckereiern oder ein leises Pfeifen helfen, Aufmerksamkeit zu erzielen.
  • Achten Sie darauf, dass Licht in die Augen der Hunde fällt.

Tipps für ein Katzenshooting:

  • Freigänger lassen sich sehr gut im heimischen Garten fotografieren.
  • Katzen lassen sich mit speziellem Katzenspielzeug sehr gut motivieren.
  • Katzen sitzen gerne erhöht.
  • Eine entspannte und gut gelaunte Katze hat die Ohren immer aufgestellt.
  • Junge Katzen lassen sich leichter zum Spielen motivieren als ältere.
  • Leckereien funktionieren hier auch.
  • Vermeiden Sie laute Geräusche, Katzen reagieren besonders auf hohe Töne sehr sensibel.

Ideen und Anregungen für die richtige Katzenumgebung
Katzen erfolgreich zu fotografieren, erweist sich als deutlich schwieriger als bei Hunden. Man kann sich keine Location nach Wunsch aussuchen und die eigene Katze dorthin mitnehmen. Attraktive Schnappschüsse gelingen bei Freigängern oft nur in gewohnter Umgebung, im eigenen Garten oder in ihrem Revier.

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten: Pflücken Sie zu Dekorationszwecken beispielsweise vorab im eigenen Garten ein paar Blumen. Oder experimentieren Sie die herumstehenden Gegenstände. Auch kleine Stroh- oder Heuballen sowie ein alter Baumstamm eignen sich hierfür sehr gut.

Nutzen Sie für ein Fotoshooting im eigenen Haus stets die Lieblingsplätze der Katze, solange diese genug Tageslicht bekommen. Viele mögen weiche Plätze, wie eine Couch oder einen Sessel. Manche klettern gern in Kisten oder schmusen auf dem Fensterbrett mit einem Baldriankissen. Bei Katzen hängt die Auswahl des Ortes stets von den Begebenheiten des Wohnortes (Wohnung, Haus) sowie vom Tier selbst ab.

Auswahl einer attraktiven Location für das Hundeshooting
Man kann das ganze Jahr über draußen fotografieren. Jede Jahreszeit bietet eine wunderschöne Kulisse: Wiesen mit oder ohne Blumen, Felder, Waldwege, Wald, Schotterwege, Wasser, alte Baumstämme, Strand oder Schnee. Es existieren unzählige Möglichkeiten für ein Hundeshooting.

Übrigens täuscht die Wahrnehmung oft: Es gibt Orte, die man spontan als nicht besonders attraktiv einstuft. Können Sie sich vorstellen, dass ein vertrocknetes Feld oder ein Schotterweg einen schönen Rahmen für ein Hundeshooting darstellt? Wahrscheinlich nicht. Erstaunlich aber ist, dass solche Umgebungen oft sehr bildwirksam erscheinen und auf dem Foto sehr gut aussehen.

Auch der Winter ist eine schöne Jahreszeit zum Fotografieren. Der Vorteil: Es muss nicht zwingend die Sonne scheinen. Das Fotografieren lohnt sich auch bei verhülltem Himmel. Die kühlen Farben eines bewölkten Wintermorgens sind sehr reizvoll für gelungene Winterimpressionen.

Ausführliche Tipps zur Fotografie von Haustieren finden Sie in dem E-Book-Ratgeber "Tiere vor der Kamera" von Regine Heuser. Hier geht's zum kostenlosen Download!

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