Die Fotoschule von NATIONAL GEOGRAPHIC (lX)

Robert Caputo: Luftaufnahmen

Luftaufnahmen spielen in vielen NATIONAL GEOGRAPHIC-Berichten eine wichtige Rolle, weil es oft nichts anderes gibt, das die Ausdehnung und Geographie des beschriebenen Ortes so gut vermittelt wie ein Luftbild. Luftaufnahmen stellen Orte in einen Kontext und oft zeigen sie uns etwas Bekanntes auf eine uns neue Art. Aber Luftaufnahmen können auch schwierig sein, zum größten Teil deshalb, weil man sich normalerweise während des Fotografierens weit bewegt.

Betrachten Sie Luftaufnahmen als normale Fotos. Beachten Sie gute Beleuchtung und den Bildaufbau. Luftaufnahmen müssen ebenso gut aufgebaut werden - mit denselben Techniken der Bilddrittelung, Blickführungslinien und so weiter. Muster sagen aus der Luft besonders viel aus, seien es Rechtecke von Feldern oder die Symmetrie von Sanddünen. Sie können Luftaufnahmen aus Linienflugzeugen machen, aber es ist schwierig, weil Sie durch ein (normalerweise schmutziges und zerkratztes) Fenster fotografieren müssen, und Sie keinen Einfluss darauf haben, worüber das Flugzeug fliegt. Wenn Sie aus einem großen Flugzeug heraus fotografieren, wählen Sie einen Sitz mit einem sauberen Fenster, das vor den Tragflächen und den Abgasen der Triebwerke liegt. Eine Gummiblende ist nützlich; sie überträgt das Vibrieren des Flugzeuges nicht und blendet Reflexionen im Fenster aus. Beachten Sie, dass die Fenster im Flugzeug aus Kunststoff sind. Wenn Sie durch diese hindurch fotografieren und dabei einen Polarisationsfilter benutzen, können Ihre Aufnahmen ein seltsames Regenbogenmuster aufweisen. Alle Luftaufnahmen müssen mit kurzer Belichtungszeit gemacht werden, im allgemeinen 1/250 Sekunde oder kürzer; die Zeit hängt aber von der Höhe ab.

Die besten Luftaufnahmen macht man von einem Transportmittel aus, das tief und langsam fliegt: eine einmotorige Maschine, ein Helikopter, ein Ultraleichtflugzeug, ein Segelflugzeug, eine Ballongondel - sogar ein Kleinluftschiff. Diese lassen Sie gerade die Höhe und den Blickwinkel erreichen, die Sie haben wollen, und Sie können zu einer Tageszeit fliegen, die das gewünschte Licht liefert.

Tipps:

· Fragen Sie die Flugzeugchartergesellschaft, ob einer ihrer Piloten Erfahrung mit Luftaufnahmen hat. Ein guter Pilot kann viel nützen, der oder sie besser versteht, was sie wünschen und sie in die richtige Position bringen kann.

· Vereinbaren Sie Handsignale mit dem Piloten, wenn Sie in einem kleinen Flugzeug fliegen. Es ist zu laut, um zu sprechen, aber sie brauchen eine Methode, um deutlich zu machen, dass sie höher oder tiefer, näher oder weiter weg fliegen wollen.

· Passen Sie bei der Belichtung auf. Landschaftsluftaufnahmen können oft den Belichtungsmesser in der Kamera täuschen, wenn es sich vorwiegend um Wald (dadurch überbelichtet die Kamera), eine Wüste (dann unterbelichtet sie) oder ein anderes dunkles oder helles Motiv handelt. Überlegen Sie die Farbgebung der Szene und passen Sie die Belichtung entsprechend an.

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