David Doubilet: Optische Eindrücke unter Wasser
"Der große weiße Hai kam immer näher, spürte meine Nervosität und war hinter mir her. Ich schob ihn mit der Kamera zurück, aber er schwamm immer wieder sehr aggressiv heran. Dann wurde mir klar, dass ich nicht zum Käfig schwimmen konnte, weil ich keine Flossen anhatte. Ich fing an, mich albtraumhaft langsam zurückzuziehen." David Doubilet schaffte es gerade noch und schlug das Gitter in dem Moment zu, als der Hai den Käfig angriff. Das war eine seiner zahlreichen Haibegegnungen, und er erlebte weitere Beinahekatastrohen. Doch es ist die Logistik der Arbeit mit der Kameraausrüstung unter Wasser, die einen Großteil seiner Energie aufzehrt.
Ständig Fotos mit großer visueller Wirkung zu machen, kann schon an Land schwierig sein, aber die Herausforderungen multiplizieren sich bei der Arbeit in Tiefen bis zu 60 Metern. Doch David Doubilet hat vor langer Zeit beschlossen: "Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich der Einstellung, man muss auf das Unterwassermotiv die gleiche Phantasie und Kunstfertigkeit verwenden wie auf ein Objekt an Land." Unter Wasser ist es oft dunkel, kalt und voller Gefahren. Sowohl der Fotograf als auch das Objekt bewegen sich oder lassen sich treiben, was den Einsatz eines Stativs oder eines Scheinwerferständers verbietet. Zu diesen Problemen kommt erschwerend hinzu, dass sich Fische einfach nicht gerne fotografieren lassen.
Das allergrößte Problem bei der Unterwasserfotografie ist der Zeitmangel. "Ein Fotograf hat an Land zum Fotografieren bis zu 24 Stunden Zeit, mir bleiben aber am Tag mit viel Glück zwei Stunden. In 45 Metern Tiefe kann man täglich etwa 20 Minuten arbeiten, und es ist so dunkel, dass man kaum etwas sieht." Dennoch arbeitet Doubilet hartnäckig an jedem Motiv. Doubilet betont, wie wichtig es ist, sich Kenntnisse über den Elektronenblitz anzueignen. Er sagt: "Üben Sie zuerst in einem Schwimmbecken."
Unterwasseraufnahmen-Tipps:
· Werden Sie zuerst ein ausgezeichneter, nicht nur ein guter Taucher, damit Sie entspannt genug sind, wenn Sie mit dem Fotografieren beginnen. Fangen Sie mit Schwarzweißaufnahmen an.
· Lernen Sie etwas über die Meeresbiologie; lesen Sie ein paar Bücher darüber, damit Sie das Meer kennen lernen und wissen, was Sie fotografieren wollen.
· Entwickeln Sie die Fähigkeit, Licht zu sehen, Licht zu erzeugen und es für sich arbeiten zu lassen: fotografieren Sie bei Nahaufnahmen unter verschiedenen Bedingungen und Lichtverhältnissen. Verwenden Sie lange Arme für die Blitzgeräte und bringen Sie diese in die richtige Position, um wirklich schöne Effekte zu erzielen.
· Tauchen Sie mit einem guten Freund, der Ihnen bei der Suche nach einem guten Motiv helfen kann.
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