Bild: Nic Frechen Vergrößern
Dr. Erwin Brunner, Chefredakteur NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
Liebe Leserin, lieber Leser,
sind auch Sie so seltsam fasziniert von unserem Titelmotiv wie wir beim Auswählen? Halb verwundert, halb erschrocken. Was ist das eigentlich? Der ultimativ futuristische Weihnachtsbaum? Eine geniale Gurke? Die grüne Phantasmagorie eines innovationswütigen Architekten? Der „Bionic Arch“ will alles zugleich sein: ein – wie der Name schon nahelegt – Hybrid aus Natur und Technik, eine Landmarke der Zukunft, ein Leuchtturm der Nachhaltigkeit. Bis Ende 2016 soll er in Taiwan gebaut werden. Ein «vertikaler urbaner Wald», wie seine Schöpfer schwärmen, 380 Meter und 23 Decks hoch, mit vier „Bäumen“ als Baukörper, in denen Büros und Geschäfte, Restaurants und Aussichtslogen ... tja, um im Bild zu bleiben, muss man wohl sagen: „nisten“ sollen. Zu 100 Prozent energieautark, bei null CO2-Emission.
Der „Bionic Arch“ rückt pathetisch das Thema in den Blick, mit dem wir nun unsere neunteilige Reportagenserie „7 Milliarden Menschen “ beenden: Wie können auf der Erde demnächst (schon um 2050!) vermutlich 9 Milliarden menschenwürdig leben? Näher zusammenrücken, in Städte ziehen, scheint eine Lösung zu sein. «Aber eben nur eine», sagt Reiner Klingholz , Deutschlands bekanntester Demografie-Experte, «Europa hat mehr zu bieten.»
Ich wünsche Ihnen interessante Stunden mit unserem Heft, Zeit für erfülltes Leben und ein gutes, gedeihliches Jahr 2012.
Ihr Erwin Brunner
DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion
blog comments powered by Disqus