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Eine besondere Verbindung: Seit Lorenz Knauer, 57, Jane Goodall vor 20 Jahren zum ersten Mal traf, lässt ihn das Charisma dieser Frau nicht mehr los.
Lorenz Knauer, 57, ist Regisseur in München. Seit er Jane Goodall vor 20 Jahren zum ersten Mal traf, lässt ihn das Charisma dieser Frau, die ein Vierteljahrhundert lang unter Affen lebte, nicht mehr los. Jetzt hat er einen Kinofilm über die berühmte Forscherin gedreht: „Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall“. Dafür hat er die Umweltaktivistin drei Jahre lang begleitet. Nach Tansania, zu der von ihr begründeten Schimpansenstation in Gombe, wo Wissenschaftler bis heute ihr Vermächtnis fortführen. Zu den Projekten ihrer Jugendorganisation „Roots & Shoots“, die weltweit junge Menschen dazu anregt, eigene Naturschutzideen umzusetzen. Und auf die Vortragstourneen in Amerika, wo ihre Fans sie verehren wie einen Rockstar. Heute bezeichnet der Filmemacher Jane Goodall als eine Art Guerrillakriegerin, die dafür kämpft, dass Tiere, Menschen und Umwelt in Einklang miteinander leben können. Im Gespräch erzählt er, wie sehr ihn die Begegnung mit ihr beeindruckt hat.
Herr Knauer, wie kamen Sie – ein deutscher Regisseur – auf die Idee, einen Film über die britische Schimpansenforscherin und Umweltaktivistin Jane Goodall zu drehen?
Ich habe Jane 1990 beim amerikanischen Fernsehsender HBO, für den wir damals beide unabhängig voneinander an Dokumentationen gearbeitet haben, kennengelernt. Und während ich mir dort ihren neuen Film „Chimps: So like us“ angeschaut hab, kam es mir in den Kopf: Was wär das für ein Privileg, über so einen Menschen einen Film zu drehen! Aber schade, ist ja alles schon gemacht. Von Janes Filmen mit National Geographic bis hin zu jenen mit Discovery Channel. Aber es ließ mich nicht los. 15 Jahre später, 2005, kam Jane zu einem Vortrag nach München. Da hab ich sie wiedergetroffen und ihr einfach von meiner Idee erzählt.
Wie hat sie reagiert?
Das war unglaublich! Sie kannte mich nicht, hatte nie einen Film von mir gesehen – aber sie hat eigentlich sofort Ja gesagt.
Was genau haben Sie sie denn gefragt?
Ich hab zu ihr gesagt, ich möchte einen Film machen über den Menschen Jane Goodall hinter der öffentlichen Ikone. Dieser verrückte Anspruch hat ihr, glaub ich, auf Anhieb gefallen. Denn alles, was es bis dahin gab, waren Filme über die große Wissenschaftlerin in Gombe. Sie brauchte den Film wohl zu dieser Zeit ihres Lebens. Als eine Art Vermächtnis. Sie hat mir mal gesagt, sie wollte, dass der Film gemacht wird, weil sie älter wird – und irgendwann nicht mehr so viel reisen kann. «Time is running out», sagt sie. Sie ist besessen davon, die Zeit zu nutzen, um die Menschen aufzuwecken.
Wie verläuft denn so ein Tag im Leben der Jane Goodall?
Sie ist wie eine Rockband auf Tournee. Ihre Tage fangen morgens um acht an und gehen oft bis Mitternacht. Ohne Essenspausen. Jane isst ja nichts. Wovon die Frau lebt, weiß ich bis heute nicht. Und trinken tut sie auch fast nichts. Außer abends einen kleinen Whisky. Das ist so Ritual. Dann hockt man zu siebt oder zu acht mit ihren Betreuern und Fans in Janes Zimmer, es wird chinese food bestellt, vegetarisch, und sie macht manchmal beim Essen noch ein Telefoninterview. Das alles nach einem 18-Stunden-Tag.
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