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Der 31-jährige Bankierssohn David de Rothschild kämpft gegen Plastikmüll in den Ozeanen.
David de Rothschilds Engagement ist schon von vielen internationalen Organisationen gewürdigt worden – auch von der National Geographic Society, die ihn in den Kreis ihrer Emerging Explorer, der Nachwuchsforscher, aufnahm. Mit seinen Aktionen will Rothschild die Menschen motivieren – vor allem junge Leute. Zu diesem Zweck gründete er 2005 die Organisation Adventure Ecology. Unter www.adventureecology.com informiert er im Internet per Video, Blog und mit Computerspielen über seine Expeditionen in ökologisch gefährdete Regionen der Erde. Seine nächste Reise wird ihn bald von San Francisco bis nach Sydney führen: 10000 Seemeilen über den Pazifik – und durch den größten Müllstrudel der Welt. Rothschilds Schiff, ein Katamaran, besteht zum Teil aus wiederverwerteten Plastikflaschen. Der Abenteurer hofft, die Menschen durch diese Aktion für eine umweltschonendere Lebensweise zu gewinnen.
Sie wurden in London geboren. Woher rührt Ihre Liebe zur Natur?
Solange ich zurückdenken kann, interessiere ich mich für eine gesunde Lebensweise: was wir essen, welche Qualität die Luft hat, die wir atmen. Seit meiner Kindheit begeistere ich mich auch für Reiten und Triathlon – Sportarten also, denen man an der frischen Luft nachgehen kann. Nach meinem Abschluss in Politologie in Oxford und dem darauf folgenden Studium am College of Naturopathic Medicine in London – einer Ausbildungsstätte für Naturheilkunde – erwarb ich 2003 etwa 450 Hektar Land auf der Südinsel von Neuseeland. Ich wollte dort ökologische Landwirtschaft betreiben. Je mehr ich mich dort engagierte, desto mehr wuchs mein Interesse an der Umwelt und an „grünen“ Themen. Zu jener Zeit kam auch der Wunsch auf, die Welt zu sehen.
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David de Rothschild in der Werkstatt, wo die "Plastiki" geplant wurde. Hier überprüft er ein Modell der Kabine.
Und wohin wollten Sie als Erstes reisen?
Zum Nordpol. Die Expedition trug den Namen „Top of the World“ und dauerte 100 Tage. Unser vierköpfiges Team legte insgesamt 1500 Kilometer zurück. Wir wurden mit völlig unerwarteten Situationen konfrontiert. Vor allem natürlich durch den Klimawandel, der ja das Eis schmelzen lässt. Wir mussten unsere Reise früher beenden als geplant.
Die Chronik dieser Odyssee wurde auf der Website von Adventure Ecology veröffentlicht und sorgte für weltweites Interesse.
Das stimmt. Wir bekamen viele E-Mails, in denen uns die Menschen darin bestärkten, wie wichtig das ein Jahr zuvor gestartete Projekt war. Auch die folgende Expedition nach Ecuador fand viel Aufmerksamkeit. Dort wollten wir auf das Problem des Giftmülls hinweisen, der bei den Ölbohrungen im Regenwald des Amazonasbeckens entsteht.
Wie kamen Sie denn auf die Idee, mit einem Schiff aus Plastikflaschen den Pazifik zu überqueren?
Im Juni 2006 stieß ich auf einen Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der Unep, über den Müll im Meer. Es ging darin auch um eine riesige Ansammlung von Abfall vor Hawaii: einen Müllstrudel, der Great Pacific Garbage Patch genannt wird. Er hat etwa die Größe von Mitteleuropa.