Fußball - Zandiles großer Traum

Autor: Andrea Schwendemann  —  Bilder: Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH / Youth Development Through Football (YDF)

Fußballprofi werden! Das ist Zandile Mkhabelas Ziel. Die 14-jährige Südafrikanerin kickt bereits sehr erfolgreich in einer Jugendmannschaft. Lies über das Nachwuchstalent und das Gastland der Fußball-WM 2010.

Zehn Schuss, zehn Treffer! Ich bin eine super Stürmerin!“, sagt Zandile Mkhabela aus Mamelodi in Südafrika selbstbewusst. „Meine Mannschaft verlässt sich auf mich.“ Für ihren Traum vom Fußballruhm trainiert sie dreimal in der Woche nach der Schule. Laufen, dribbeln, Tore schießen. Laufen, dribbeln, Tore schießen ...

„Andere Mädchen in meinem Alter verbringen ihre Zeit mit Jungen, trinken Alkohol oder nehmen Drogen. Ich bin lieber auf dem Fußballplatz“, erzählt die 14-Jährige mit den kurzen schwarzen Locken weiter. Ihre Liebe zu diesem Sport hat sie vor drei Jahren entdeckt. Damals startete in ihrer Schule ein Fußballprojekt, bei dem Jungen und Mädchen gemeinsam spielen. Die Jugendlichen, die mitmachen, kommen aus einfachen Verhältnissen. Wie Zandile. Sie lebt mit ihren Eltern, ihrem Bruder und ihrer Schwester in einer Wellblechhütte mit drei Zimmern in einem sogenannten Township. Das ist eine Gegend, in der vor allem arme Schwarze wohnen. Die Familie muss aber nicht ums nackte Überleben kämpfen wie viele andere, denn die Eltern haben Arbeit. Ihr Vater ist Schreiner in Johannesburg, ihre Mutter Haushälterin.

Neben ihrem Sport ist für das südafrikanische Mädchen die Schule sehr wichtig. Sie steht um sechs Uhr auf, wäscht sich, putzt ihre Zähne, frühstückt Haferflockenbrei. Für ihren Schulweg braucht sie zu Fuß eine halbe Stunde. Punkt acht sitzt sie mit 49 anderen Schülern im Klassenzimmer der Bonalesedi High School. In Südafrika gehen alle Kinder zur Schule. Ist doch klar, denkst du? Leider nicht. Denn in vielen Ländern Afrikas können sich längst nicht alle Familien leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Für Zandile und ihre Klassenkameraden beginnt der Tag mit Mathe. Danach steht Sepeti auf dem Stundenplan, das ist Zandiles Muttersprache. Alle anderen Fächer wie Wirtschaft und Physik werden auf Englisch unterrichtet. Um 11.00 Uhr ist Mittagspause. Zandile kauft sich für 10 Rand (das ist etwa 1 Euro) Obst. Eine halbe Stunde später geht es weiter mit Sozialkunde, Ethik, Naturwissenschaft. Acht Stunden Unterricht sind geschafft … Jetzt kann Zandile endlich zu ihrem geliebten Fußballtraining: Runden laufen, dribbeln, Tore schießen.

Hör doch mal in Marvis Hörbuch "Fußball-Helden" rein:

Seite 1 von 2

(NG World, Heft 6 / 2010, Seite(n) 19)


  • Artikel bookmarken
  • Firefox
  • IE
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb
  • Google
Userkommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von nationalgeographic.de - siehe insoweit die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

blog comments powered by Disqus