Buntes Südafrika

Cape Town Minstrel Carnival

Posaunen und Trompeten mischen sich mit Trommeln, Trillerpfeifen und Gesängen zu einem rhythmischen Klangteppich, wenn am 2. Januar – wie jedes Jahr – mehr als zehntausend Musiker und Tänzer beim "Cape Town Minstrel Carnival" durch die Straßen von Kapstadt ziehen.

Bejubelt von Einheimischen und Touristen, feiern sie bei einem der größten Karnevalsumzüge der Welt sich und das Leben. Die Teilnehmer bemalen ihre Gesichter und tragen bunte, schillernde Kostüme – gern kombiniert mit passenden Regenschirmen –, die sie als Mitglieder verschiedener Karnevals-Clubs ausweisen.

Beim Cape Town Minstrel Carnival herrscht chaotische Lebensfreude:


Die meisten sind sogenannte Cape Coloured, die Nachkommen früherer Sklaven. Mit dem Umzug erinnern sie an die Kolonialzeit: Damals war Neujahr einer der bedeutendsten Feiertage, viele Großgrundbesitzer gaben Feste, bedient von ihren Sklaven. Diese bekamen erst am 2. Januar frei, und es war für viele der einzige Urlaub des Jahres. Als im Dezember 1834 die Sklaverei offiziell abgeschafft wurde, feierten die Menschen mit Paraden und Feuerwerk – und Liedern, in denen sie über ihre früheren Besitzer herzogen.

Später verschmolzen beide Anlässe. Seit 1907 findet die Parade jedes Jahr statt. Sänger, Musiker und Tänzer bereiten sich mit zahlreichen Proben monatelang darauf vor. Bei der Prozession selbst verschwimmen ihre Melodien im Wettstreit mit denen der anderen Gruppen allerdings mit unter zu einer fröhlichen, lärmenden Blechbläser-Kakofonie.

Wer das Spektakel selbst erleben will, den empfängt Kapstadt in den Sommermonaten mit mediterranem Klima: Von Dezember bis April beträgt die Temperatur meist über 25 Grad und es regnet nicht sehr häufig.

Weitere interessante Artikel finden sie auf unserer großen Afrika-Themenseite.

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(NG, Heft 11 / 2012, Seite(n) 148 bis 152)


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