Karneval und Kultur

Zur Fastnacht gehen nur Jecken? Weit gefehlt. Neben der christlichen Tradition feiern Europas Kulturen die unterschiedlichsten Bräuche. Beim Feuerspektakel in der Schweiz wird noch heute mit brennenden Hexenbesen der Winter vertrieben. Weniger romantisch geht es bei der Orangenschlacht in Italien und beim Massenfußball in England zu: Bei ihrem Karnevalstreiben, dessen Wurzeln tief ins Mittelalter zurückreichen, nehmen die Ausgelassensten sogar Verletzungen in Kauf.

Liestal, Schweiz

Liestal

Bild: Robert Braunschweig Vergrößern

Feuerfest gekleidete Träger schultern beim Chienbäse-Umzug Hunderte Kienbesen: Die lodernden Föhrenscheite tauchen die Altstadt zur Fastnacht in gespenstisches Licht.

Der Chienbäse-Umzug in der Schweizer Ortschaft Liestal ist ein einzigartiger Feuerbrauch. Das Flammenspektakel lockt Zehntausende Besucher in den Kanton Basel-Landschaft, in diesem Jahr am 21. Februar. Die Kienbesen, nach denen das Fest benannt ist, bestehen aus gebündelten Föhrenscheiten, die an einer Buchenstange befestigt werden. Hunderte dieser brennenden Fächer und ein Dutzend Feuerwagen verwandeln am Sonntagabend der Lieschtler Fasnecht die verdunkelten Straßen in ein loderndes Lichtermeer. Die Funkenpracht symbolisiert die Kraft der Sonne, die bald die Macht der kalten Jahreszeit brechen wird. Um vier Uhr in der Früh läutet dann der Morgestraich-Umzug auch in der 17 Kilometer entfernten Stadt Basel die Karnevalswoche ein, die hier erst am Montag nach Aschermittwoch beginnt. Und diese Basler Fasnacht ist die größte Narrenveranstaltung der Schweiz.
Chienbäse-Umzug in Liestal: www.fasnacht-liestal.ch

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