Wer hat nicht schon mal an der Kaimauer gestanden und den auslaufenden Schiffen hinterhergeblickt, voller Sehnsucht nach dem Meer und fremden Ländern. Gewiss, die Seefahrt war nie so romantisch, wie sie gern verklärt wird. Aber in manchen Hafenstädten erlebt man immer noch Spuren aufregender Zeiten.
43º18' N, 5º23' O
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Die Festung Saint-Jean aus dem 17. Jahrhundert schützt die Einfahrt zum alten Hafen von Marseille. Gegründet wurde die Stadt vor 2600 Jahren als griechischer Handelsstützpunkt Massalia.
Hafenarbeiter und Huren sieht man im Zentrum von Marseille nicht mehr viele – auch Frankreichs zweitgrößte Stadt wird immer schicker. Doch über Jahrhunderte, bis zum Ende der Kolonialzeit, hatten harte Männer und leichte Damen gut zu tun. Mit den Gewürzen und anderen Reichtümern kamen Scharen von Seeleuten in dieses verruchte „Tor zum Orient“, müde der Monotonie des Meeres.
Nachdem sich Frankreich aus der Welt zurückgezogen hatte, spülte das Wasser nun Flüchtlinge aus Algerien und dem übrigen Maghreb ans Land. Sie blieben, wie die anderen Menschen aus hundert Völkern. Ein Gemisch, wie es sich für eine Hafenstadt gehört.
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