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Klettersteig: Bocchette Alte
Die Vertikale der Dolomitenwände ist bereits im 19. Jahrhundert für die Pioniere des Alpinismus die größte Herausforderung in Europas Gebirgen gewesen. Etliche der heute berühmten Klettersteige sind nach den ersten Bezwingern der Grate und Wände benannt, zum Beispiel der De Luca-Innerkofler-Steig am Paternkofel, dem Nachbarn der Drei Zinnen, oder der Giuseppe-Olivieri-Klettersteig an Cortinas Felskönigin, der Tofana di Mezzo.
Es gibt Klettersteige, die seit je eine magnetische Anziehungskraft auf die Bergsteiger ausüben. In der Brenta ist die Via delle Bocchette Alte ein Traumziel, an der Civetta die Via Ferrata degli Alleghesi. Wer im Fassatal klettert, nimmt sich den Santnerpaß-Klettersteig an der Westseite des Rosengartens vor. In Südtirol ist der Pisciadú-Klettersteig am meisten begangen. Noch als Geheimtipps gelten die fünf Klettersteige im Gebiet Schiara-Talvena im Naturpark Belluneser Dolomiten oder die verhältnismäßig gering gesicherten Felstürme der Friulaner Dolomiten.
Die frühen Alpinisten kletterten im nackten Fels, suchten sich ihre Routen und sicherten sich selbst. Ihr Selbsterhaltungsinstinkt war entsprechend gut ausgeprägt. Die Nachfahren finden gut instand gehaltene und markierte, bestens mit Haken, Leitern und Seilen gesicherte, in der Bergsteigerliteratur ausführlich beschriebene Klettersteige und können sich bereits per Handy über die Wetterlage informieren. Aus dieser komfortablen Situation ziehen leider zu viele Dolomitenbesucher den Schluss, ein Klettersteig sei ähnlich leicht zu bewältigen wie ein Wanderweg.
Doch Sicherheit am Berg ist trügerisch. Für die Begehung von Klettersteigen braucht man selbstverständlich eine gute Ausrüstung und Bergerfahrung. Wer das Klettergebiet noch gar nicht kennt, ist gut beraten, einige Touren mit den Bergführern im jeweiligen Gebiet zu gehen oder bei den Alpinschulen geführte Exkursionen zu buchen. Immer ratsam ist es, vor Beginn der Klettertour Schutzhüttenwirte oder Bergführer über den aktuellen Zustand der betreffenden Klettersteige zu befragen.
Die bekanntesten und beliebtesten Klettersteige sind in der Hochsaison im Sommer meist überlaufen. Das kann eine zusätzliche Gefahrenquelle sein, so steigt zum Beispiel die Steinschlaggefahr. Zu den prominentesten Routen gibt es eine Fülle von Alternativen. Die Kletterhochburg Cortina d’Ampezzo hat viele Beschreibungen für den gesamten Dolomitenraum online gestellt. Ein anderes Portal informiert sehr gut über die schönsten Klettersteige in allen Felsgebirgen Italiens. Als kartographisches Material sind die Wanderkarten 1:25.000 von Tabacco zu empfehlen.
www.dolomiti.org und www.vieferrate.it
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