Asturien: Spaniens wilder Norden

Alljährlich stellt sich für viele bei der Reiseplanung die Frage: Strandurlaub oder lieber Wandern in den Bergen? Im nordspanischen Asturien liegt beides nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

Die Region an der Atlantikküste, die im Westen an Galicien und im Osten an Kantabrien grenzt, bietet eine Landschaft voller Kontraste. Majestätische Berge ragen direkt bis an die Küste vor, einsame Sandstrände wechseln sich mit schroffen Klippen ab. Sonnenscheingarantie gibt es hier nicht. Dafür bietet die "Costa Verde", die "grüne Küste" Spaniens, neben einer üppigen Vegetation eine Ursprünglichkeit, die vom Massentourismus noch kaum vereinnahmt worden ist.

Das Kantabrische Gebirge im Süden Asturiens wirkt als Klimascheide zum zentralspanischen Tafelland und verleiht der Küstenregion ein eher an den Süden Englands erinnerndes Flair. Aber nicht nur landschaftlich unterscheidet sich Asturien stark von dem typischen Bild Spaniens: Die unzugänglichen Berge haben dazu beigetragen, dass sich eine Vielzahl regionaler Besonderheiten und Traditionen bis heute erhalten hat. Statt Flamenco, Olivenbäume und Sangria erwarten den Reisenden Dudelsackklänge, grüne Wiesen und Apfelwein.

Auch für die Geschichte Spaniens waren die Gebirgszüge Asturiens von großer Bedeutung. Hier stießen bereits die maurischen Eroberer an eine unüberwindliche Grenze, hier nahm im 8. Jahrhundert die Reconquista, die Wiedereroberung Spaniens durch die Christen, ihren Anfang. Anders als im restlichen Spanien sucht man deshalb vergeblich nach Spuren dieser Fremdherrschaft. Dafür haben seltene präromanische Kirchen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, die Jahrhunderte ebenso überdauert wie die malerische Altstadt von Oviedo.

Heute sind die Berge Asturiens vor allem ein einzigartiges Naturparadies, das zu Entdeckungstouren einlädt. Gipfel, über denen Adler und Geier kreisen, umgeben versteckte, smaragdgrüne Täler, die Wölfen und Bären Zuflucht bieten. Etwa ein Drittel der Fläche Asturiens steht unter Naturschutz – mehr als genug für Wanderungen oder ausgedehnte Radtouren. Vor allem in den Picos de Europa an der Grenze zu Kantabrien, die mit Gipfeln von bis zu 2648 Metern Höhe aufwarten, bietet sich alle paar Schritte ein traumhaftes Panorama. Aber auch die Sierra del Sueve, ein Küstengebirge im östlichen Asturien, ist ein lohnendes Ausflugsziel. Hier ist seit Urzeiten eine kleinwüchsige Pferderasse beheimatet, die legendären Asturcones.

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