Spanien in seiner reinsten Form
„Nur hier ist Spanien. Der Rest ist zurückerobertes Gebiet“, pflegen die Asturier zu sagen. Die Redensart hat ihren Ursprung vor langer Zeit, im Jahr 722: Damals stoppte Fürst Don Pelayo die muslimischen Eroberer vor den asturischen Bergen, angeblich mithilfe einer himmlischen Jungfrau. Doch Asturien, wo rings um die Hauptstadt Oviedo die Berge schroff in den Himmel ragen und der Atlantik an die Küste tost, ist sowieso uneinnehmbar. Deshalb war die Region auch lange ein unabhängiges Königreich und gilt heute noch als bestes Lehen des Königshauses. Sie ist folglich dem Thronfolger, Prinz Felipe von Asturien, zugeteilt – dessen Frau Letizia, Prinzessin von Asturien, tatsächlich in Oviedo geboren ist.
Dank des Ruhms aus vergangenen Tagen ist Asturien heute auch Schauplatz einer berühmten nationalen Preisverleihung: Die „Prinz von Asturien“-Preise, eine Art Nobelpreis für Kunst und Geisteswissenschaften, werden einmal jährlich in Oviedo vergeben.
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Tiere in freier Wildbahn
In den ursprünglichen Landschaften Asturiens stehen Wölfe unter Schutz. Rund 300 von ihnen streifen durch die entlegensten Gebiete, beispielsweise durch den Somiedo-Nationalpark, rund 80 Kilometer westlich von Oviedo. Mit Gämsen, Braunbären und Steinadlern teilen sich die imposanten Tiere dort ein Paradies aus Buchen- und Eichenwäldern, Schluchten und Wasserfällen. Auch frei laufende Pferde sind kein seltener Anblick. Einzig in Asturien gibt es noch eine Population von rund 800 „Asturcones“, robusten Gebirgsponys, die schon bei den Römern als Tragetiere beliebt waren und die heute vom Aussterben bedroht sind.
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Sidra in Hülle und Fülle
Asturien ist reich an Äpfeln – Speiseäpfeln, doch auch an anderen süßen, sauren und bitteren Sorten, aus denen sich schmackhafter Apfelwein keltern lässt. Nahe Oviedo, Gijón und Villaviciosa finden Reisende die besten Kellereien. Die Spezialität fermentiert sechs Monate im Fass, dann wird sie in Flaschen abgefüllt und aus kleinen Keramikkrügen in typische Sidra-Gläser ausgeschenkt. Dazu frischer Seehecht, und die Welt ist in Ordnung.
Was man nicht verpassen sollte:
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Elogio del Horizonte: Die Skulptur am Altstadthafen von Gijón ist ein nicht gerade hübscher Halbkreis aus Beton. Stellt man sich aber hinein, durchdringt die verstärkte Brandung des Atlantiks den Körper!
Potaje de Grelos: Den traditionellen Eintopf aus Steckrübenblättern isst man am besten in Ibias, ungefähr auf halbem Weg zwischen Oviedo und Santiago de Compostela.
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