Seit Jahrtausenden pilgert der Mensch. Zu heiligen Bergen und Flüssen, den Gräbern seiner Vorfahren, zu den Reliquien von Religionsgründern und den Orten, an denen sich der Überlieferung nach Gott offenbarte. Christen reisen nach Jerusalem, Hindus zur Kumbha Mela, Muslime nach Mekka, Buddhisten zum Berg Kailash. Alle suchen dasselbe: Vergebung der Sünden, Heilung von Krankheiten, Versöhnung mit Gott. So lehren uns die Pilgerstätten der Welt nicht nur, wie verschieden, sondern auch, wie ähnlich wir uns sind.
Kumbha Mela, Indien
Bild: Sergio Pessolano Vergrößern
Ziel der Kumbha-Mela-Pilger ist ein heiliges Bad im Ganges.
Harmonie und Frieden sollen hier zu finden sein. Doch wer zur Kumbha Mela - dem wichtigsten Fest der Hindus - pilgert, erlebt ein lärmendes Erwachen. Autos, Elefanten und nackte Heilige drängen sich auf engstem Raum, aus Lautsprechern dröhnen Hindi-Pop und Hinweise der Polizei. Menschenmassen schieben sich zum Ziel: dem erlösenden Bad im heiligen Ganges.
An vier Orten Indiens wird jeweils im Zwölfjahreszyklus das größte Pilgerfest der Welt gefeiert – wie in Allahabad mit etwa 70 Millionen Besuchern. Hier kann man beides erleben: spirituelle Inspiration und den größten Karneval auf Erden.
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