Wie die Freibeuter

Artikel vom 08.03.2010  —  Autor: Franziska Bossy

Es ist der Wunsch nach Freiheit und Abenteuern, der die Liebe zu den Weiten des Meeres weckt. Tausende Meter Meer in jeder Himmelsrichtung. Die Pflichten an Land vergessen, nur der Wind fegt noch um den Kopf. Die schönsten Schiffsreisen laden dazu ein, sich genussvoll der Seefahrer­romantik hinzugeben. Und das Leben an Bord ganz ungezwungen zu ­genießen: auf großer Fahrt mit einem Versorgungsfrachter im Pazifik, mit einem Traditionssegler auf der Ostsee oder einem Postschiff im Atlantik.

Pazifik

Pazifik

Bild: Sebastien Burel/Shutterstock Vergrößern

Tahuata ist die kleinste bewohnte Insel der Marquesas.

Einen Piratenschatz zu heben, davon hat wohl jeder mal geträumt. Eine perfekte Welt für Phantasien wie diese liegt mitten im Südpazifik, weit im Westen der peruanischen Küste. Dort, in Französisch-Polynesien, verkehrt zwischen Tahiti und den Marquesas-Inseln ein Versorgungsfrachter, auf dem auch Passagiere mitfahren können: die „Aranui 3“. Diese Reise führt an entlegene Palmenstrände und bei den Landgängen auch in tiefgrüne ­Urwaldtäler, in denen die Einwohner ihren Gottheiten stei­nerne Denkmäler gesetzt haben. Die archäologischen Fund­stätten der Tiki-Figuren finden sich besonders auf Hiva Oa, der zweitgrößten Insel des Archipels. Das Eiland inspirierte im 19. Jahrhundert den französischen Künstler Paul Gauguin zu seinen idealisierten Südsee-Gemälden. In dieser Zeit fand auch die ­Romantisierung der Piraterie ­ihren Höhepunkt. Und wer weiß, vielleicht hat Robert L. Stevenson in seinem Roman „Die Schatzinsel“ ja doch einen geheimen Hinweis versteckt. Nicht umsonst wird am Ende des Klassikers erwähnt, dass ein Teil des Goldes liegen bleibt...

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(NG, Heft 4 / 2010, Seite(n) 158-162)
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