Bäume – Einfach sagenhaft

Autor: Cathy Newman  —  Bilder: Diane Cook und Len Jenshel
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Seit Menschen einander Geschichten erzählen, sind Bäume Teil der Kultur. Und bis heute verwenden wir immer wieder Metaphern, die durch sie inspiriert wurden: Wir sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, stehen zwischen Baum und Borke oder verhalten uns wie die Axt im Walde. Die Liebe knospet, Ideen wiederum sprießen und tragen Früchte. Wir fühlen uns tief verwurzelt, weshalb man einen alten Baum auch nicht verpflanzt.

Sie prägen aber nicht nur unsere Sprache, sie bringen uns auch auf Ideen. Hatte nicht Buddha unter dem Bodhi-Baum Erleuchtung erlangt? Und das war nicht der einzige Heureka-Moment, den die Menschheit einem Baum zu verdanken hat. Da war auch noch dieser Apfelbaum in einem Obstgarten im englischen Lincolnshire. Durch einen Apfel, der dort im Jahr 1666 herunterfiel, soll ein junger Mann namens Isaac Newton ins Grübeln gekommen sein: Warum fällt ein Apfel eigentlich immer senkrecht zu Boden?

Den Forscher Newton hätte es sicher brennend interessiert, was wir heute über Bäume wissen. Etwa dass sie eine Art Speicherchip der Natur sind, bis in ihre winzigsten Bestandteile. „Jede seiner Wachstumsschichten enthält etwas von der Luft des Jahres, in dem sie dazukommt – in Form von Kohlenstoff. Also trägt der Baum sozusagen das Leben der Stadt in sich“, sagte Benjamin Swett, Fotograf und Autor des preisgekrönten Bildbands „New York City of Trees“, in einem Radiointerview.

Heute schätzen wir Bäume vor allem als grüne Lungen der Stadt. Sie spenden uns aber nicht nur Sauerstoff, sondern auch Trost. Ein Beispiel dafür ist eine Amerikanische Ulme, die in Oklahoma City steht. Timothy McVeigh, ein geistig verwirrter Veteran des Zweiten Golfkriegs, zündete dort 1995 eine Bombe vor einem Regierungsgebäude. Bei dem Attentat wurden 168 Menschen getötet, selbst Autos in der Nähe gerieten in Brand. Die Ulme auf dem nahen Parkplatz kam davon: mit einem verkohlten Stamm und Trümmerstücken von der Explosion im Holz. Heute ist sie eine Gedenkstätte. Sie hilft Menschen wie Doris Jones, deren 26-jährige Tochter Carrie Ann Lenz schwanger war, als diese bei dem Anschlag ums Leben kam. „Der Baum tröstet mich“, sagt Jones. „Er zeigt, dass etwas Gutes etwas so Böses überleben kann.“

Jetzt ist die Ulme gut zwölf Meter hoch, ihre Krone 18 Meter breit. „Es ist, als ob der Baum überleben wollte“, sagt Mark Bays, einer der Stadtförster, die ihn damals aufpäppelten. „Als hätte er verstanden, dass er gebraucht wird.“

Die ganze Geschichte lesen Sie in der März-Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC.


(NG, Heft 3 / 2017, Seite(n) 60 bis 78)
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