Alle meine Ahnen stammen aus den Dolomiten. So kam es, dass ich in jungen Jahren schon eine Vorliebe für das Alta Badia, wo meine Großmutter väterlicherseits, und für Buchenstein entwickelte, wo der Vater meiner Mutter geboren wurde. Wie oft bin ich an Colle Santa Lucia vorbei zum Monte Pelmo gefahren! Oder zur Civetta-Wand, in das Herzstück dieser Berge. Noch heute fühle ich mich in diesen beiden Dolomitenmassiven fast so zu Hause wie in den Geislerspitzen, unter denen mein Urgroßvater väterlicherseits ein Leben als Outlaw geführt haben soll.
Die Dolomiten sind für mich die schönsten Berge der Welt. Dazwischen die Täler: schmale grüne Streifen unter dunklen Wäldern, der Bach, ein paar Weiler und darüber die Einödhöfe. Überall, wo die Hänge nicht zu steil waren, siedelten Bauern. Selbstversorger seit Jahrtausenden, lebten sie oft unter ärmlichsten Verhältnissen. So wie auch die Familie Troi hoch über Colle Santa Lucia, wo man Fodom sprach, einen ladinischen Dialekt, und im Sommer mit dem Vieh auf die Alm zog, bis an den Fuß des gewaltigen Monte Pelmo.
Sie waren sieben: Franz, sein Bruder, die Eltern, zwei Kühe, der Hund „Bello“. Franz ist 14, als er von zu Hause weg soll, in die Fremde, wie alle, die hier aufwachsen. Eine Wiese, die Alm und ein kleiner Kartoffelacker reichen nicht für alle Münder. „Bello“ steht ihm in dieser engen Welt aus Armut und Einsamkeit am nächsten. Er tröstet den Jungen auf seine Art.
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