Heimat Sahara

Autor: Charles Bowden  —  Bilder: George Steinmetz

Aus Sand und Hitze spricht die Vergangenheit zu uns: Es gibt kaum eine andere Region auf der Welt, in der man besser in der Chronik der Erde lesen kann als in der Sahara. Wispernd erzählt uns die Wüste von einer Geschichte, die mehrmals von abrupten Klimaänderungen geprägt wurde – und vom Kommen und Gehen der Menschen.

Der britische Archäologe David Mattingly von der Universität Leicester erforscht die Besiedlung der Wüste. Seine Arbeit führt bis in die Vorgeschichte zurück. Wie Zeitreisende suchen die Wissenschaftler seines Teams in der Sahara nach Überresten alter Kulturen. Oft mit Geländewagen, aus deren Spezialreifen sie einen Teil der Luft ablassen können. Das verschafft größere Haftung, wenn es gilt, die bis zu 30 Meter hohen Dünen im Fessan zu bewältigen.

Der Fessan liegt tief im Südwesten des heutigen Libyen. Inmitten von Sandmeeren, ausgetrockneten Flussläufen, Bergen und Oasen schlägt das Herz der Sahara. Zwischen 500 v. und 500 n. Chr. lebten hier an die hunderttausend Menschen als Ackerbauern – in einer Gegend, in der höchstens einige Zentimeter Regen pro Jahr fallen. Oft regnet es jahrelang gar nicht. „Für eine so wasserarme Zone waren das enorm viele Leute“, sagt Mattingly. Er liebt die Wüste: „Ich arbeite seit 30 Jahren in Libyen. Diese Landschaft hat mich vom ersten Moment an begeistert.“ So wie er wurden schon viele süchtig nach dem gleißenden Licht und den leeren Horizonten. Wo die meisten nur Ödnis sehen, finden andere Klarheit.


Making of: Fotograf George Steinmetz baut einen ultraleichten Gleitsegler
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(NG, Heft 5 / 2010)


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