Moderne Mädchen

Autor: Tina Rosenberg  —  Bilder: Kitra Cahana
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Im 21. Jahrhundert wachsen alle Mädchen vor einer Art Spiegel auf – dem HD-Bildschirm ihres Smartphones. Sie blicken auf die funkelnde Glasfläche, die bunten Icons von Facebook, WhatsApp und Instagram und erwarten sich Antworten auf die großen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Bekomme ich den Respekt, den ich verdiene? Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Und die meisten denken: Ich bin es sicher nicht. Junge Frauen standen schon immer unter enormem Druck, dem herrschenden Schönheitsideal zu entsprechen. Mit dieser Situation klarzukommen ist heute einfacher und schwieriger zugleich. Einerseits zeigt die Gesellschaft eine größere Toleranz gegenüber Menschen, die anders aussehen oder sind. Andererseits bilden die neuen Medien ein System, das das Leben von jungen Menschen verändert und ihre Unsicherheit verstärkt.

Der Schönheitszwang kann in extremen Fällen zu Essstörungen wie Magersucht führen – keine psychische Erkrankung weist eine höhere Sterblichkeitsrate auf. Die meisten Betroffenen sind junge Frauen. Sie erfinden Regeln und Rituale, um sich beim Essen zu zügeln, oder stellen die Nahrungsaufnahme ganz ein. So haben sie das Gefühl, wenigstens einen Aspekt ihres Lebens unter Kontrolle zu haben. „Ich dachte, sobald ich dem gesellschaftlichen Schlankheitsideal entspreche, wäre mein Leben perfekt“, erzählt Estrella, 23, die wegen Magersucht behandelt wurde.

Bis vor Kurzem gab es nur wenige Wege für Mädchen, um im Teenageralter beliebt zu sein. Am besten sah man aus wie eine Cheerleaderin oder ein Fotomodel mit langen Haaren und noch längeren Beinen. Mittlerweile dürfen Mädchen – zumindest in weiten Teilen der westlichen Welt – sein und aussehen, wie sie wollen: Streberin oder Sportlerin, Gothic oder Punk, Skaterin oder Fashion-Bloggerin. Die Cover der Modemagazine sind längst nicht mehr nur den blonden Cheerleaderinnen vorbehalten. Heute sind dort auch Plus-Size-Models zu sehen oder Transfrauen oder Models mit einer Behinderung und großflächigen Tattoos. Die Definition von Schönheit mag sich erweitert haben, die Diktatur der Schönheit aber besteht fort.

Lesen Sie die ganze Geschichte in der aktuellen Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC Deutschland.


(NG, Heft 1 / 2017, Seite(n) 96 bis 111)
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