Eine Reise längs und quer durch Afrika: Berber in Marokko, Wodaabe in Niger, Himba in Namibia, Raschaida in Eritrea… Zehn Jahre lang waren die Autorinnen mit Geländewagen, Kamel- und Maultierkarawanen unterwegs, um traditionelle Hochzeitsrituale aus neun Stämmen zu dokumentieren. Durch den Einzug der modernen Kultur gibt es heute viele Zeremonien nicht mehr. Die noch verbliebenen sind prächtige Beispiele für uralte Bräuche.
Der goldene Gesichtsschmuck einer Sultanstochter der Afar in Dschibuti beispielsweise zeigt den Reichtum ihrer Familie. Aber auch der arme Stamm der Karo aus Äthiopien feiert nicht weniger kunstvoll: Körperbemalung, Ketten aus Samenkörnern und die auf den Bauch der Karo-Mädchen geritzten Muster, machen ihre Hochzeiten zu etwas ganz Besonderem.
In Kenia werden der Suaheli-Frau ein paar Tage vor ihrer Hochzeit alle Haare vom Hals abwärts entfernt. Danach wird sie mit Kokosnussöl massiert und mit Sandelholz parfümiert. Die Frauen malen mit Zweigen, die sie in Henna getaucht haben, Muster auf Arme und Beine. Eine ältere Frau, somo, lehrt die Braut, wie sie den Mann erfreuen kann.
Eine Hochzeit bei den Ndebele in Südafrika wird in drei Etappen gefeiert, die sich über Jahre hinziehen können. Zunächst wird der Brautpreis, lobola, verhandelt. Dann zieht sich die Braut zwei Wochen zurück, in denen andere Frauen sie lehren, eine gute Ehefrau zu sein. Nach der Isolation zeigt sie sich dann mit reichem Perlenschmuck und mit Perlen besetzten Reifen, golwani, um Taille und Beine. Als richtig verheiratet gilt sie erst, wenn sie das dritte Stadium vollendet hat: die Geburt ihres ersten Kindes.
Eine Träne läuft der mit Perlen reich behängten Nosianai aus dem Stamm der Massai in Kenia über die Wange, als sie das Haus ihrer Familie verläßt, um sich auf den Weg zu ihrem Bräutigam zu machen. Die Massai-Frauen müssen sich in die arrangierten Ehen mit wesentlich älteren Männern fügen. Zum Abschied bespuckt der Vater ihr zum Segen Kopf und Brust mit Milch und sagt: "Möge Gott dir viele Kinder schenken."
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