Der neue Blick aufs Universum

Artikel vom 01.10.1999  —  Autor: Kathy Sawyer  —  Bilder: Joe McNally

Mit immer neueren, immer besseren, immer aufwendigeren Teleskopen forschen die Astronomen in den Weltraum hinaus. Moderne Teleskope können Licht einfangen, das 25.000 Jahre lang aus dem Zentrum unserer Galaxie zu uns unterwegs war.

Sogar Licht, das sich mehrere Milliarden Jahre durch Zeit und Raum bewegt hat, ist noch messbar. So entdecken sie ferne Galaxien, schwarze Löcher, rätselhafte Gammastrahlen-Eruptionen und Sterne, die - wie unsere eigene Sonne - von Planeten umgeben sind. Vor allem aber: Sie fangen die kosmische Hintergrundstrahlung ein und nähern sich damit den wirklich großen Fragen: Wie ist das Universum entstanden? Wie groß ist es, wie entwickelt es sich weiter, wie sieht seine Zukunft aus?

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war man der Meinung, das Universum sei statisch, unveränderlich, ohne Anfang und ohne Ende. Doch dann entwickelte Einstein 1916 - von wenig mehr als der Mathematik und der eigenen Intuition geleitet - die Grundzüge dessen, was später als Urknall-Theorie bekannt werden sollte. Obwohl das Grundgerüst des Urknall-Modells allgemein anerkannt ist, wird die Kritik an seinen Schwachpunkten differenzierter.

Wie wurde das einfache, glatte Universum klumpig und komplex? Warum herrscht darin ein solches Gleichgewicht der Gravitationskräfte, dass es weder auseinander platzte noch in sich zusammenstürzte, bevor der erste Stern oder die erste Galaxie sich bilden konnte? Die Weltraum-Karte von NATIONAL GEOGRAPHIC veranschaulicht die neuen Dimensionen unseres Denkens: Vom winzigen Planeten Erde bis zu den unfassbaren und doch immer besser berechenbaren Dimensionen des Kosmos.

Außerdem zu sehen: eine Karte unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Warum wir am nächtlichen Himmel unsere eigene Galaxis sehen können? Weil wir ganz am Rande, in einem Seitenarm des kosmischen Gebildes leben. Wie in einem Haus auf einem Hügel am Rande der Stadt. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (Köln) wird ein Landegerät entwickelt, die im kosmischen Eis auf dem Kometen Wirtanen niedergehen soll. Ziel: Die Suche nach ersten Bausteinen des Lebens.


(NG, Heft 10 / 1999)
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